Erneuerbare Stromzukunft braucht faire Kostenverteilung

E-Wirtschaft diskutierte künftige Finanzierung der Stromnetze

Wien (OTS) - Die künftigen Investitionen in Stromnetze und eine faire Kostenverteilung bei der Netzfinanzierung werden entscheidend für den Erfolg der Energiewende sein. "Die Umstellung der Stromproduktion in Richtung dezentraler erneuerbarer Energien erfordert nicht nur einen Ausbau der Netze, sondern auch eine organisatorische Neuausrichtung der Kostenaufteilung", erklärte Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie, der Interessenvertretung der E-Wirtschaft. Oesterreichs Energie hat deshalb einen Diskussionsprozess gestartet, damit rechtzeitig Lösungen gefunden werden können, um die erneuerbare Stromzukunft abzusichern.

Eines der zentralen Themen wird eine faire und verursachergerechte Verrechnung der Netzkosten an die Stromkunden sein. Schmidt: "Eine Beibehaltung der aktuellen Systematik würde dazu führen, dass die Kostengerechtigkeit verloren geht und gleichzeitig keine klaren Perspektiven für jene geschaffen werden, die mit Investitionen an der Energiewende teilnehmen wollen." Das belegen Berechnungen der Austrian Energy Agency auf Basis von Daten, die die österreichischen Netzbetreiber erhoben haben. Oesterreichs Energie diskutierte die sozialen Auswirkungen der Energiewende mit hochrangigen Gästen am 11. März im Rahmen eines Trendforums.

Gesetz verpflichtet zu Verursachergerechtigkeit

Das geltende ElWOG bietet eine gute Basis für die Neuregelung der Gebührenbelastung. Das Gesetz sieht vor, dass das Systemnutzungsentgelt dem Grundsatz der Gleichbehandlung aller Systembenutzer, der Kostenorientierung und der weitestgehenden Verursachergerechtigkeit entsprechen muss. Dieses Prinzip wird aber durch die aktuellen Trends nicht abgesichert: Wer Strom selbst produziert, zahlt heute auf Grund der überwiegend von der verbrauchten Menge abhängigen Netztarife weniger für die Nutzung des Stromnetzes. Diese entfallenden Erlösanteile müssen dann von jenen Haushalten mitbezahlt werden, die selbst keinen Strom produzieren, entweder, weil sie es sich nicht leisten können oder weil sie auf Grund der örtlichen Situation keine Möglichkeit haben. Erste Verschiebungen bei der Netzfinanzierung sind bereits sichtbar, vorerst sind die Auswirkungen noch nicht sehr groß. In wenigen Jahren könnten sie aber spürbare Ausmaße annehmen "das könnte die Energiewende in Gefahr bringen - und das wollen wir unbedingt verhindern", so Schmidt.

Aktuell erspart man sich bei einem Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 4500 kWh Strom und einer Fotovoltaik-Anlage mit 4 KWpeak, 51 Euro an Netzgebühren und 76 Euro an Ökostromförderung und Abgaben. Das hat keinen Einfluss auf die Finanzierung der Netzbetreiber, die fehlenden Netzeinnahmen müssen aber von den anderen Stromkunden gezahlt werden, die damit ständig steigende Anteile der Netzkosten und auch der Ökostromförderung schultern müssen. Ein Ausbau der Fotovoltaik auf 125.000 Anlagen im Netzbereich von Wien würde beispielsweise zu Kostenverschiebungen von bis zu 10 Prozent führen, bei 375.000 Anlagen wären es bereits über 20 Prozent. Zudem steigen die Investitionskosten der Netze. Eine Neuordnung der Netzgebühren ist deshalb spätestens 2019 erforderlich. Die Diskussion muss früh genug gestartet werden um alle Betroffenen einzubinden. Die Energiewende soll eine Erfolgsgeschichte sein. Dies wird sie nur wenn sich keiner als Gewinner und Verlierer fühlt sondern sowohl Kosten als auch Nutzen fair verteilt sind.

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