„Am Schauplatz“ am 12. März: „Nicht vor meiner Tür“

Reportage über tiefe Gräben zwischen Bürgerinitiativen und Politik

Wien (OTS) - Dass Menschen die Dinge so nehmen, wie sie kommen, war einmal. Mündige Bürger wollen mitreden, zumal wenn es um Entscheidungen geht, die sie selber betreffen. Nur: Wie sieht die Sache aus, wenn es um scheinbar Vernünftiges wie eine Windkraftanlage geht? Oder um eine soziale Einrichtung? Dann geraten die mündigen Bürger rasch in Verdacht, aus eigennützigen Motiven zu handeln, wie Christine Grabners in HD produzierte "Am Schauplatz"-Reportage "Nicht vor meiner Tür" - zu sehen am Donnerstag, dem 12. März 2015, um 21.05 Uhr in ORF 2 - zeigt.

Bedenken wegen Spritzentausch-Zentrums im Wohngebiet

Im neunten Bezirk, in einem ruhigen Wiener Grätzel, hat ein Beratungszentrum für Drogensüchtige aufgesperrt. Eine Bürgerinitiative hat sich formiert. "Wir sind dafür, dass man Drogenkranken hilft, aber das ist einfach der falsche Standort", sagt deren Sprecher. "Deswegen wirft man uns jetzt vor, wir seien ignorante Besserverdiener oder betrieben Hetze gegen Suchtkranke." Er und seine Mitstreiter fürchten vor allem eine Verlagerung der Drogenszene samt Beschaffungskriminalität. Fast 6.000 Unterschriften haben die Anwohner gesammelt. Genützt hat ihnen das bisher wenig. Das Zentrum bleibt. Ein Vertreter der Suchthilfe Wien sagt, dass Bürger keine Experten seien, und Politik eben auch unpopuläre Entscheidungen treffen müsse. "Proteste gibt es bei jedem Standort, hier spricht das goldene Wiener Herz, Armut und Krankheit wollen die meisten nicht vor der eigenen Tür sehen."

Anrainer gegen 200 Meter hohe "Monster"-Windräder im Wald

"In meiner Pension wollte ich endlich ein bisschen Ruhe genießen, jetzt bin ich bald von 200 Meter hohen Monsterwindrädern umzingelt", sagt die Waldviertlerin Frau Schneider. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie sich einer Initiative gegen Windkraft angeschlossen. Der Abstand der Räder zu ihrem Haus sei zu gering, die Gesetze veraltet und nicht an die neue Technologie angepasst. "Das Waldviertel ist arm, wir sind auf sanften Tourismus angewiesen, jetzt wird die letzte halbwegs intakte Natur zerstört", sagen Vertreter der Bürgerliste "Lebenswertes Sigmundsherberg". Um ihre Forderungen durchzusetzen, ist die Liste bei der Gemeinderatswahl angetreten und wurde überraschenderweise zweitstärkste Partei. Das hat den Riss zwischen Befürwortern und Gegnern von Windkraft aber höchstens noch vertieft.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

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