Brau-Bilanz 2014

Wien (OTS) - Unsere Leistung: Österreich behält 2. Platz in Europa Unsere Forderung: Mehr Gastronomie, weniger Bürokratie
Unsere Warnung: Achtung vor Biedermeier-Verbotsgesellschaft
Unser neues Logo: frisch, fröhlich, österreichisch

Wien, 11. März 2015 - Der Bierdurst in Österreich ist ungebrochen:
2014 konnte die Brauwirtschaft das hohe Vorjahresniveau mit einem Bier-Gesamtausstoß von rund 9,3 Mio. Hektoliter halten. Während im Inland ein leichter Rückgang von 1,2% auf 8,29 Mio. hl zu verzeichnen war (bzw. -0,6% auf 8,49 Mio. hl inkl. alkoholfreiem Bier), zieht der Export um 8% an. Der Bier-Pro-Kopf-Verbrauch liegt in Österreich bei starken 105 Litern und der Aufwärtstrend bei alkoholfreiem Bier hält mit plus 30,9% unvermindert an. Politisch brisant: Angesichts des schwierigen Marktumfelds fordert der Verband der Brauereien Österreichs "mehr Gastronomie und weniger Bürokratie" sowie einen "Stopp der Regulierungswut".

"Wir haben den Turbulenzen der europäischen Wirtschaft ebenso getrotzt wie den Kapriolen des österreichischen Wetters. Enorme Sortenvielfalt, ausgeprägte Genusskultur und starke regionale Verwurzelung tragen dazu bei, dass österreichisches Bier nach wie vor höchste Wertschätzung genießt und einen beachtlichen Wirtschaftsfaktor darstellt", kommentiert Sigi Menz, Obmann des Verbandes der Brauereien Österreichs, die aktuelle Bier-Bilanz.
Die gute Nachfrage bestätigt auch der heimische Pro-Kopf-Verbrauch:
Rund 105 Liter Bier genossen die österreichischen BiertrinkerInnen im Durchschnitt 2014. Im Europa-Ranking bringt das erneut die Silbermedaille für Österreich hinter der Tschechischen Republik (135 l) und vor Deutschland (99,5 l).

Lager/Märzen unverändert Nr. 1 - starke Zuwächse bei alkoholfreiem Bier

Lager-/Märzenbier ist beständig die beliebteste Biersorte der ÖsterreicherInnen. 2014 wurden davon rund 5,37 Mio. hl konsumiert. Das entspricht zwar einem leichten Rückgang um 0,5% gegenüber 2013, der hohe Marktanteil von 63,2% bedeutet aber nach wie vor Platz Eins unter den heimischen Biersorten. Einbußen im Vergleich mit dem Vorjahr mussten 2014 der Radler mit Alkohol bei einer Gesamtmenge von rund 510.100 hl (-9,5%), Leichtbier mit rund 13.200 hl (-4,4%), Schankbier mit knapp 399.000 hl (-7,4%), Weizenbier mit rund 117.000 hl (-5,2%) sowie Spezialbiere mit knapp 294.000 hl (-6,5%) hinnehmen.

Ein kräftiges Plus konnte 2014 - wie bereits im Jahr zuvor -alkoholfreies Bier erzielen: Rund 205.000 hl bedeuten eine Absatzsteigerung um 30,9% (rund 48.000 hl). "Die Stilvielfalt und Innovationsfreude der heimischen Brauereien machen sich auch bei alkoholfreien Bieren bemerkbar", erläutert die Geschäftsführerin des Brauereiverbandes, Jutta Kaufmann-Kerschbaum, den kontinuierlichen Aufwärtstrend.

Besonders deutlich fiel die Steigerung beim alkoholfreien Weizenbier aus: Hier ist der Absatz von 8.300 auf 25.100 Hl gestiegen. Ebenso konnten Vollbiere (+3,7% bzw. rund 46.000 hl) sowie Bockbier (+1,3% bzw. rund 300 hl) Zuwächse verzeichnen.

Craftbiere - Kreative Biervielfalt

Unter den mehr als 1.000 verschiedenen Bieren, die in Österreich gebraut werden - diese wurden im Vorjahr mit der Aktion des Brauereiverbandes www.wievielbierhabenwir.at erhoben - finden sich viele sogenannte Craftbiere. Diese sind "zweifellos eine Bereicherung der heimischen Bierlandschaft", so Kaufmann-Kerschbaum. Für den Begriff, der ursprünglich aus den USA stammt, gebe es allerdings keine einheitliche, exakte Definition. "In den Medien, aber auch in der aufstrebenden Spezialitätenbier-Szene, werden die Begriffe "Craft Beer" und "kleine Brauer" meist in einem Atemzug genannt. Das erweckt den Eindruck, dass nur kleine Brauereien den Anspruch hätten, Craftbiere zu produzieren. Tatsächlich jedoch stellen auch immer mehr große Brauereien Craftbiere her. Es geht aber letztlich nicht um Brauereigröße und Ausstoß, sondern um die Kunst und Kreativität des Brauhandwerks", betont Kaufmann-Kerschbaum. Der "Codex alimentarius austriacus" (das Österreichische Lebensmittelbuch) ist vor kurzem um die Kategorie "Kreativbiere" erweitert worden. Das sind Biere mit außergewöhnlichen natürlichen Rohstoffen bzw. besonderer Herstellungsart, wobei der Basischarakter nach wie vor Bier ist.

Flaschenbier am beliebtesten

Wie bereits 2013 erweist sich die Glasflasche (Einweg und Mehrweg) mit einem Marktanteil von rund 53% als bevorzugte Gebindeart der ÖsterreicherInnen. Mehr als 3,7 Mio. hl wurden aus der 0,5-Liter-Flasche getrunken, das bedeutet einen Marktanteil von rund 44%. Die 0,33 l-Flasche kam auf 9%.

Absatzsteigerungen verzeichneten sowohl die 0,5 l-Mehrwegglasflaschen mit einem Plus von 0,4% (insgesamt rund 3,68 Mio. hl) als auch die 0,33 l-Mehrwegglasflasche (+1,6%; knapp 176.000 hl). Leichte Absatzeinbußen erlitt das Fassbier mit minus 2,5%. Insgesamt wurden 2014 dennoch beachtliche 2 Mio. hl Bier vom Fass gezapft.

Stopp der Regulierungswut - Solidarität mit Österreichs Gastronomie

"Mehr Gastronomie, weniger Bürokratie", fordert Verbandsobmann Menz angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Gesamtumfelds und hält in diesem Zusammenhang fest, dass "wir Gefahr laufen, einen gesamten Wirtschaftszweig so lange zu regulieren, bis er nicht mehr lebensfähig ist".

Anstatt Österreichs Wirte zu unterstützen, wirft ihr die Politik immer mehr Prügel vor die Füße: Begonnen bei teils immensen Bau- und Ausstattungsvorschriften über hohe Steuern, das Rauchverbot, bürokratische Geistesblitze wie die Allergenverordnung oder zuletzt die diskutierte Registrierkassenpflicht.

So unterstützt der Brauereiverband nicht das Rauchen, aber sehr wohl seine Gastronomiepartner, die in Nichtraucherschutz einen dreistelligen Millionenbetrag investiert haben. Vor allem für viele kleine Beisln und Lokale, in denen oft ausschließlich Familienangehörige stehen und die jetzt schon täglich um ihre Existenz kämpfen müssen, bedeutete ein generelles Rauchverbot wohl das Aus. Das zeigt nicht zuletzt das Beispiel Großbritannien: Gemäß Wirtschaftsinstitut IEA haben seit 2006 10.000 Pubs dicht gemacht, 6.000 davon wegen der hohen Steuern sowie des Rauchverbots. Die Briten, heißt es in dem Bericht, haben nicht ihre Lust aufs Bier verloren, sondern die Lust, ihr Bier in Pubs zu trinken.

Sigi Menz: "Ich finde, Österreich sollte es besser machen. Ich finde, Österreich sollte ein geselliger Ort der Freude bleiben und keine Biedermeier-Verbotsgesellschaft werden, die die Lebensfreude wegadministriert."

Bier-Ausbildung einzigartig in Europa

Österreichs dreistufiges Ausbildungssystem rund um den gepflegten Biergenuss ist in Europa einzigartig und Vorbild für andere Nationen. Die Ausbildung zum Bier-Jungsommelier kann man an zehn berufsbildenden höheren Schulen und zwei Berufsschulen absolvieren. Derzeit gibt es zirka 1500 Absolventen, davon sind rund 80% Mädchen. Biersommeliers werden seit April 2013 an zehn Brauereistandorten ausgebildet. Bisher gibt es rund 400 Absolventen, der Frauenanteil beträgt 15%. Die Ausbildung zum Diplom-Biersommelier schließlich erfolgt unter der Schirmherrschaft des Verbandes der Brauereien Österreichs und gemäß der Prüfungsordnung der Doemens-Akademie (www.doemens.org), wobei die Qualifikation zum Bier-Jungsommelier bzw. zum Biersommelier die Ausbildung verkürzt. Derzeit verfügt Österreich über 250 Diplom-Biersommeliers.

TTIP: Freier Handel ja, Runterlizitieren unserer Qualitätsstandards nein

Menz: "Österreich ist eine Exportnation - grundsätzlich liegt ein freier Handel daher selbstverständlich in unserem Interesse. Das geplante Abkommen in Bausch und Bogen zu verteufeln, ist daher Unsinn. Allerdings müssen wir penibel darauf achten, dass unsere strengen Standards etwa in den Bereichen Lebensmittelsicherheit, Kennzeichnung und Tierschutz gesichert bleiben und unsere demokratischen Errungenschaften nicht ausgehebelt werden. Kurzum:
Freier Handel ja, ein Runterlizitieren unserer Qualitätsstandards nein."

Neue Dachmarke "Bierland Österreich"

Ab sofort gibt es eine neue Dachmarke für das Lieblingsgetränk der ÖsterreicherInnen: "Bierland Österreich" ist das neue Aktionslogo des Verbandes der Brauereien Österreichs, das dieser künftig bei allen Kommunikationsmaßnahmen einsetzt. Im Rahmen eines Kreativ-Wettbewerbes, der sich vor allem an junge Nachwuchs-Designer richtete, ging diese Wort-Bild-Marke im vergangenen Jahr unter mehr als 300 Einreichungen als Sieger-Sujet hervor.

Fachkundige ExpertInnen aus Braubranche, Gastronomie und Werbung unter Vorsitz des Werbeprofis Alois Grill kürten den Entwurf "Bierland Österreich" des Wiener Grafikstudios zs art zur künftigen Wort-Bild-Marke für alle PR- und Marketingaktivitäten des Brauereiverbandes. "Das neue Logo vereint Klarheit, Wiedererkennbarkeit und Sympathie ebenso wie Tradition & Innovation. Damit nimmt die heimische Braubranche auch im internationalen Kontext Bezug auf die österreichische Herkunft und vertritt alle Mitglieder positiv nach außen", betont die Geschäftsführerin des Brauereiverbandes, Jutta Kaufmann-Kerschbaum.

Um das neue Logo nun allen BierliebhaberInnen näher zu bringen, startet der Verband Mitte März 2015 (begleitet vom Social Media-Auftritt www.facebook.com/bierlandoesterreich) die österreichweite Kampagne "Ich steh auf Bierland Österreich!". In jeder Landeshauptstadt werden fünf übergroße Logos affichiert; mit einem Foto davor bzw. darauf können BierliebhaberInnen Bierparties beim Wirt ihrer Wahl sowie Sachpreise gewinnen.

Rückfragen & Kontakt:

Verband der Brauereien Österreichs
Mag. Jutta Kaufmann-Kerschbaum
T +43 (0) 1 713 15 05
getraenke@dielebensmittel.at
www.bierserver.at

Mag. Florian Hajek
Ecker & Partner
T +43 (0) 1 599 32 39
f.hajek@eup.at

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