Das kleine 1x23 der Wiener Bezirke: Liesing

Teil 16 der inwien.at-Serie über Bezirksstatistiken

Wien (OTS) - Er ragt tief in den Wienerwald, verfügt über zehn "Berge" und ist der jüngste Bezirk der Bundeshauptstadt. Die Liesing aber, der Fluss der dem Bezirk seinen Namen gab, wurde schon vor tausend Jahren zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Der 23. Wiener Gemeindebezirk wurde aus den acht ehemals selbständigen Gemeinden Mauer, Inzersdorf, Kalksburg, Siebenhirten, Atzgersdorf, Erlaa, Rodaun und Liesing gebildet. Von weitem sichtbar und bezeichnend für das Bezirksbild ist unter anderem eine der größten Wohnanlagen Österreichs. Der Wohnpark Alt-Erlaa, nach den Plänen von dem Architekten Harry Glück, ist angelegt wie eine Stadt in der Stadt. Sieben Dächer mit Schwimmbädern, Biotope, Sportanlagen, Parks und Einkaufsmöglichkeiten gehören zur Infrastruktur für die 3.180 Wohnungen. Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten ist die Kirche des Bildhauers Fritz Wotruba in Mauer, ein aus kubischen Formen zusammengefügtes Gebäude.

Ein Drittel Grün und die drittmeisten Naturdenkmäler

Liesing ist der fünftgrößte Bezirk Wiens und umfasst eine Fläche von 3.206,8 Hektar. 31,1 Prozent davon nehmen Grünflächen ein. Knapp 1.000 Hektar Grün bedeuten Platz sieben im Bezirksvergleich. Davon sind 519,7 Hektar bewaldet, 208,1 Hektar werden landwirtschaftlich genutzt und 160,5 Hektar entfallen auf Wiesen - in all diesen Disziplinen belegt der Dreiundzwanzigste Platz drei. Letztere tragen klingende Namen wie Sterndlwiese oder Himmelswiese. Landwirtschaftlich von Bedeutung ist unter anderem der Weinbau. Auf insgesamt 47,4 Hektar werden die Trauben angebaut. Das sind 6,8 Prozent der Wiener Rebflächen und damit die drittmeisten der Stadt.

Zehn Berge "ragen" in Liesing in den Himmel. Der Gipfel des Eichkogels ist mit einer Höhe von 428 Metern gleichzeitig der höchste Punkt des Bezirks. Daneben gibt es noch Erhebungen wie den Alten Kuhstand und den Sauberg. Der Bezirk eignet sich somit perfekt für viele Outdoor-Aktivitäten. Wie etwa das Erholungsgebiet Kellerberg, es liegt zwischen dem Petersbach und der Landesgrenze. Auf einer Fläche von sieben Hektar gibt es Rad- und Fußwege, Rodelhügel, Trinkbrunnen, Liegewiesen und einen von fünf Ballspielplätzen Liesings.

Mit 46 hat der Bezirk die drittmeisten Naturdenkmäler. Dazu zählen zwei Edelkastanien an der Ecke Maurer Lange-Gasse/Kalksburger Straße. Ursprünglich wurde hier eine ganze Allee unter Schutz gestellt. In der Nachkriegszeit wurden allerdings alle Bäume, bis auf diese zwei, zu Brennholz verarbeitet. Liesing hat mit acht an der Zahl zwar nicht die größten, aber die meisten städtischen Friedhöfe. Der größte ist jener in Inzersdorf mit rund 8,7 Hektar Fläche.

Industrie- und Wohnbezirk

Erholungs- und Wohnbaugebiete, Ackerbau und Industrie, all das liegt in Liesing nahezu nebeneinander. So befindet sich auf einem Gelände von 30 Hektar in Inzersdorf der Großmarkt Wien. Er ist seit 1972 Umschlagplatz für Fleisch, Obst oder Blumen aus der ganzen Welt. 300.000 Tonnen Lebensmittel werden pro Jahr gehandelt. Zu einem bekannten Unternehmen im Bezirk gehört unter anderem auch die Österreichische Staatsdruckerei.

Bauflächen nehmen 52,9 Prozent des Bezirkes ein. Knapp 60 Prozent dieser Flächen sind Wohngebieten gewidmet, in denen 96.094 LiesingerInnen leben, Platz sechs im Bezirksranking. Sie leben in über 45.000 Wohnungen. Nur 39,8 Prozent davon sind Singlehaushalte. Einen geringeren Prozentsatz an Alleinlebenden gibt es nur in der Donaustadt. Im Schnitt leben 2,13 Personen in einer Wohnung welche 81 Quadratmeter groß ist. Damit sind die Wohnungen um neun Quadratmeter größer als im Wiener Durchschnitt. Der Anteil der BezirkseinwohnerInnen aus dem Ausland ist mit 13,5 Prozent der niedrigste in ganz Wien. Im Bezirk sind 47.502 Pkw gemeldet, das ergibt rechnerisch knapp ein halbes Auto pro Person und Platz zwei hinter der Inneren Stadt, wo es mehr Autos als EinwohnerInnen gibt. Als LiesingerIn verdient man gut: 23.620 Euro, oder 113,1 Prozent des durchschnittlichen Wiener Jahres-Nettobezuges beträgt das Einkommen.

Neubauprojekte beeinflussen Bevölkerungsentwicklung

Bis 1961 lag die Einwohnerzahl bei rund 40.000. Mit dem Bau moderner Wohnanlagen stieg die Bevölkerung in den 1960er-Jahren rasant an und verzeichnete anschließend weitere Zuwächse. Innerhalb der nächsten fünf Jahre dürfte die 100.000er-Marke überschritten werden. Bis 2034 wird ein Bevölkerungswachstum von 19 Prozent prognostiziert, ein Plus von rund 18.000 Menschen. Liesing entspricht aber demographisch nicht dem Wien-Durchschnitt. Für die kommenden Jahre ist mit einem Geburtendefizit zu rechnen, das ab Mitte der 2020er-Jahre relativ gering ausfallen könnte. Wanderungsgewinne mit den Bundesländern sowie mit dem Ausland dürften nur in den ersten Prognosejahren zu erwarten sein. Danach werden negative Wanderungssalden projiziert. Neubauprojekte haben aber großen Einfluss auf die demographische Entwicklung, da der Zuzug aus den übrigen Gemeindebezirken signifikant zum Bevölkerungswachstum beitragen wird.

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen wird aufgrund des Zuzugs vieler Familien in Neubaugebiete zunehmen. Bis 2034 dürfte auch die hochmobile Gruppe der 15- bis unter 30-Jährigen steigen. Aber auch die Gruppe der "jungen Alten", die ehemaligen "Baby-Boomers", wird in Zukunft stärker vertreten sein.

Quelle: MA 23 - Wirtschaft, Arbeit und Statistik / Statistik Austria / Wikipedia.org/ de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Berge_Wiens

Statistisches Jahrbuch 2014

Das Statistische Jahrbuch 2014 der Stadt Wien sowie die Studie "Wien wächst..." unter Federführung der MA 23 stehen als kostenloser Download zur Verfügung auf www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch.html. www.wien.gv.at/statistik/pdf/wien-waechst.pdf

Als Publikation (32,70 Euro, ISSN 0259-6083) erhältlich ist das Statistische Jahrbuch bei der Magistratsabteilung 23: 2., Meiereistraße 7, Sektor B; Montag bis Freitag jeweils 8.00 bis 14.30 Uhr; Telefon 01/4000-83059, Bestellung per E-Mail an post@ma23.wien.gv.at.

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