Neues Volksblatt: "Pirouette" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 10. März 2015

Linz (OTS) - Also wirklich nachvollziehbar sind die Pirouetten, die der Wiener Ärztekammer-Präsident aufführt, nicht. Da verhandelt er ein Papier aus, das er "nach wie vor für machbar" hält. Dann ruft er seine Standeskollegen zur Abstimmung darüber auf, obwohl das negative Ergebnis für ihn "vorhersehbar und klar" gewesen ist. Und er zieht daraus den Schluss, dass nun nachverhandelt werden muss - persönliche Konsequenzen seien nicht zu ziehen. Denn die Ärzte hätten ihr Misstrauen schließlich gegenüber dem Dienstgeber ausgesprochen und nicht gegenüber der Ärztekammer.
Also selbst, wenn man Nachverhandlungen nicht ausschließt, scheint zumindest die Wiener Ärztekammer nicht mehr als Verhandlungspartner geeignet. Der "Zick-Zack-Kurs" des Präsidenten hat der gesamten Sozialpartnerschaft einen Bärendienst erwiesen, so die zuständige Gesundheitsstadträtin. Und er könnte auch zum Bumerang für die Ärzte werden. Denn wenn es zu gar keiner Lösung kommt, könnten die Gehaltseinbußen durch die Arbeitszeitverkürzung 1:1 abgerechnet werden. Aber noch herrscht in Wien großes Schulterzucken auf die Frage, wie es nun weitergeht.
Vermutlich in einem Monat werden in Oberösterreich die Spitalsärzte über den hier ausverhandelten Kompromiss abstimmen. Man kann nur hoffen, dass sich die Mediziner ihre Entscheidung und die damit verbundenen Konsequenzen gut überlegen.

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