FCG - Gemeindebedienstete: Entscheidung der KAV- Ärzt/innen ist ein wichtiges Signal

Wien (OTS) - Beim Thema Krankenanstalten-Arbeitszeit zwölf Jahre den Kopf in den Sand stecken, kritische Kontrollamtsberichte und warnende Expert/innen ignorieren, aus gescheiterten Änderungsvorhaben keine Konsequenzen ziehen und dann wegen angedrohter Sanktionen durch die EU-Kommission eine überhastete Schreibtischlösung ohne Widerspruch durchpeitschen zu wollen - das kann nur scheitern.

Selbstverständlich respektiert die Fraktion Christlicher Gewerkschafter/innen das Abstimmungsergebnis der Ärzt/innen des Wiener Krankenanstaltenverbundes. Aus unserer Sicht wird zu Recht die Verknüpfung der Reformansätze mit einem Abbau von Personal und einer unterkomplexen Planungsperspektive für die Umsetzung kritisiert.

Es ist schier unverständlich, wie man zur Meinung kommen kann, dass nach Jahren des Scheiterns diverser Reformversuche nun plötzlich eine überfallsartig verschriebene "Symptomkur" von den Bediensteten akzeptiert werden würde.

Grundsätzlich sind aus unserer Sicht sowohl das Ausmaß der Arbeitszeitverkürzung als auch das ausverhandelte Besoldungsangebot relativ gute Ergebnisse, die in die richtige Richtung gehen.

Die Probleme liegen hauptsächlich in der Umsetzungsperspektive. Einerseits sind die Abteilungen und Institute derart unterschiedlich, dass nur durch Detailanalysen abschätzbar ist, wie viel Personal bei veränderten Dienstformen benötigt werden wird - wobei es selbstverständlich nicht nur um ärztliches Personal geht. Und von seriösen Analysen sind wir derzeit meilenweit entfernt. Klar ist jetzt aber schon, dass es in diversen Bereichen mehr anstatt weniger Personal brauchen wird.

Andererseits spricht aus den vereinbarten Rahmenbedingungen für einen allfälligen Personalabbau - wie z. B. weniger Rettungszufahrten oder zielgerichtete Patientensteuerung - die pure Hoffnung. Es sind zwar auch hierbei einige grundsätzlich zu unterstützende Maßnahmen zu erkennen, wie dies aber konkret umzusetzen sein wird, dies ist die zentrale Fragestellung, die derzeit nicht ausreichend erkennbar ist.

Die Entscheidung der Ärzt/innen des Wiener Krankenanstaltenverbundes sollte als Signal gesehen werden, dass es viele Vorbehalte und Problemwahrnehmungen gibt. Die notwendigen Reformen werden nur gelingen, wenn man den Sachverstand der Kolleginnen und Kollegen ernst nimmt, angemessene Zeiträume für eine gut gesteuerte Umsetzung einplant und Transparenz und Mitbestimmung nicht nur rhetorisch einsetzt.

Wir Christgewerkschafter/innen unterstützen aus den angeführten Gründen die Forderung der Ärzt/innen des KAV, adäquate Klärungsschritte zu setzen und Nachverhandlungen aufzunehmen.

Rückfragen & Kontakt:

Kurt Obermülner, MAS (Mediation)
Vorsitzender
Fraktion Christlicher Gewerkschafter/innen
in der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten, Kunst, Medien, Sport, freie Berufe - Wien
1090 Wien, Maria Theresien Straße 11
Homepage: www.fcg-gdg-kmsfb.at
Tel.: (01) 31316 - 83682, Handy: 0676 70 68 511

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