Aslan: Mehr als Lippenbekenntnisse zum Frauentag

Grüne: Konkrete Schritte statt schöner Worte

Wien (OTS) - "Mehr als 100 Jahre nach dem ersten Internationalen Frauentag wird immer noch über die selben frauenpolitischen Forderungen diskutiert. Erstaunlicherweise steigen alle Parteien in den gleichen Kanon ein, dass sich dringend etwas ändern muss," stellt Berivan Aslan, Frauensprecherin der Grünen, verwundert klar. Die Grünen haben diese Woche bei ihrer Frauentagsaktion "Halbe-Halbe" erneut darauf hingewiesen, dass Gleichstellung und Chancengleichheit seit Jahrzehnten bloße Lippenbekenntnisse sind.

Zu tun gäbe es genug: Teilzeit-Arbeit ist, so wie die Armut, nach wie weiblich. Geschlechtsspezifische Einkommensunterschiede schreiben sich auch in der Pension fort. Gewalt gegen Frauen zählt immer noch zu den Tabuthemen in Österreich. 80 Prozent der pflege- und betreuungsbedürftigen Menschen werden von ihren Angehörigen im eigenen Zuhause gepflegt. Die unbezahlten Pflege- und Betreuungsleistungen werden überwiegend (zu 80 Prozent) von Frauen erbracht, bei der Pflegeteilzeit sind es sogar 88,89 Prozent. Der Väteranteil an den BezieherInnen des Kinderbetreuungsgeldes lag im Jänner 2015 bei nur 4,37 Prozent.
Auch auf der politische Ebene kann von einem ausgeglichenen Geschlechterverhältnis keine Rede sein. Von den derzeit 183 Nationalratsabgeordneten sind 56 weiblich (30,6 Prozent), dieser Anteil hat sich gegenüber dem Vorjahr (32,2 Prozent) sogar noch verringert. Insgesamt gibt es 448 Landtagsabgeordnete, 144 davon sind weiblich (32,1 Prozent). Weiterhin gibt es momentan keine Landeshauptfrau in Österreich. Am geringsten ist der Frauenanteil auf der kommunalen Ebene: Nur 5,95 Prozent der 2.354 Gemeinden werden von einer Bürgermeisterin geführt.

Am Freitag wurde im deutschen Bundestag die Frauenquote beschlossen:
Ab 2016 soll in börsennotierten Unternehmen bei der Aufsichtsratswahl eine Frauenquote von mindestens 30 Prozent gelten. Das betrifft gut 100 Großunternehmen. 3500 weitere Betriebe müssen sich ab 2015 zumindest verbindliche Ziele für die Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen setzen.
"Österreich sollte sich ein Beispiel daran nehmen, denn wir wissen längst, dass es ohne entsprechende Maßnahmen wie eine Quotenregelung weitere 100 Jahre dauern wird, bis sich das Geschlechterverhältnis in wichtigen Entscheidungsfunktionen ausgleicht" betont Aslan. "Ich hoffe nächstes Jahr zum Frauentag können wir über konkrete Schritte statt nur über Willensbekundungen lesen."

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