Bundesjugendvertretung zum Frauentag: Wir haben die Ausreden satt!

Gleichstellungspolitik muss endlich ernst genommen werden. Es gibt noch viel zu tun!

Wien (OTS) - Zum internationalen Frauentag zeigt die Bundesjugendvertretung (BJV) auf, dass Österreich in Sachen Gleichstellung leider kein Vorzeigeland ist: "Die jüngsten Zahlen zum Gender Pay Gap sind wieder einmal beschämend. Frauen verdienen in Österreich immer noch durchschnittlich um 23 Prozent weniger als Männer. Österreich liegt damit im EU-Vergleich an vorletzter Stelle", kritisiert BJV-Vorsitzende Laura Schoch.
Die Vorsitzende ruft die Politik auf, diese Fakten nicht mit einem Schulterzucken abzutun: "Im Gleichstellungsbereich hat Österreich noch einen langen Weg vor sich. Die Politik muss dieses Thema ernst nehmen und Maßnahmen setzen, die tatsächlich im Alltag von Mädchen und Frauen ankommen! Wieviele Studien braucht es noch?"

Für die Politik gibt es noch viel zu tun: "Es ist längst überfällig, dass die Gehaltsschere geschlossen und sogenannte Frauenberufe besser entlohnt werden. Auch die Hürden bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf müssen für beide Geschlechter abgeschafft werden. Hier müssen die Unternehmen stärker in die Pflicht genommen werden", betonen Laura Schoch und Sara Costa, die Sprecherin des BJV-Frauenkomitees.
Gleichstellung dürfe nicht länger aufgeschoben werden, so Schoch und Costa unisono: "Wir haben die ewigen Ausreden satt!"

Sara Costa zeigt auf, dass es immer noch zu wenig Vorbilder für junge Frauen gibt: "Auf den Chefsesseln und in politischen Ämtern sind Frauen nach wie vor Mangelware. Von 14 BundesministerInnen sind nur 4 weiblich. Das liegt aber nicht daran, dass sich Frauen weniger für diese Jobs interessieren."
Die Weichen werden schon früh gelegt, erklärt Costa: "Bereits im Kindergarten und in der Schule liegt die Betonung auf angeblich männlichen und weiblichen Eigenschaften und Interessen. Es ist aber nicht naturgegeben, dass Mädchen besser lesen und Buben besser rechnen können. Viele Unterschiede sind hausgemacht und müssen endlich aufgebrochen werden. Gendersensibilisierung muss daher schon im Kindergarten ansetzen."

Abschließend appelliert die BJV an die Bundesregierung bei den Verhandlungen zur Steuerreform den Genderaspekt einzubeziehen. "Es darf keinesfalls sein, dass frauenpolitische Maßnahmen zurückgedrängt werden. Sie sind notwendiger denn je", so Schoch.

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