Ein „Grenzfall“ für Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser

ORF-Premiere für Hennings neuen Austro-„Tatort“ am 8. März in ORF 2

Wien (OTS) - "Meine Nerven liegen blank". Chefinspektor Moritz Eisner steht gemeinsam mit Ermittlerkollegin Bibi Fellner vor einem neuen, besonders geschichtsträchtigen Fall - dem titelgebenden "Grenzfall". Denn am Sonntag, dem 8. März, um 20.15 Uhr in ORF 2 (auch als Hörfilm) wird ein Grenzfluss im Waldviertel zum neuen Austro-"Tatort". Die Spurensuche führt das Ermittlerduo Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser ins nördliche Waldviertel an die Grenze zu Tschechien und zurück in die 1960er Jahre. Denn der ORF-Krimi erzählt die Geschichte von Täter und Opfer diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs und von den fatalen Verstrickungen einer Familie in die gefährliche und unberechenbare Machtpolitik des Kalten Krieges.

Neben Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser in ihrem zwölften gemeinsamen "Tatort"-Fall standen in weiteren Rollen u. a. wieder Hubert Kramar und Thomas Stipsits (erstmals als Kriminalassistent) sowie Harald Windisch, Charly Rabanser, Karoline Zeisler, Lukas Resetarits, Isabel Karajan, Michael Fuith und Andrea Clausen vor der Kamera. Für Regie und Drehbuch zeichnet erstmals Rupert Henning verantwortlich; der Krimi beruht auf einer wahren Begebenheit. Die Dreharbeiten fanden im Sommer 2014 größtenteils im niederösterreichischen Waldviertel statt. Die Ermittlungen führen das Austroduo übrigens auch an die Universität Wien, die heuer ihr 650-jähriges Bestehen feiert und für diesen Krimi als rechtsmedizinisches Institut fungierte.

Regisseur und Drehbuchautor Rupert Henning: "Nichts ist einfach vergangen"

Seine Mitarbeit an der Ö1-Sendung "Tod an der Grenze. Eine Spurensuche" hat Regisseur und Drehbuchautor Rupert Henning zu diesem "Tatort"-Krimi inspiriert. Es handelte sich dabei um eine wahre Geschichte aus der Zeit des Kalten Krieges, die Geschichte eines Österreichers, der eines Nachts vom Fischen am Grenzfluss Thaya nicht mehr heimgekehrt war und dessen Verschwinden bis ins Jahr 2009 ungeklärt blieb. Henning über den "Tatort"-Krimi: "Der Film ,Grenzfall‘ soll eine Geschichte über Menschen erzählen, deren Schicksale untrennbar miteinander verbunden sind, obwohl sie jahrzehntelang auf verschiedenen Seiten einer unüberwindlich scheinenden Grenze lebten - bewacht von schwerbewaffneten Soldaten, gesichert und abgeriegelt mit Wachtürmen, Stacheldraht und Minenfeldern. Es ist eine dramatische und aufschlussreiche, letztlich aber auch versöhnliche Geschichte über Täter und Opfer diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs. Nichts ist einfach vergangen in dieser Region, beinahe jede Familie war auf die eine oder andere Weise von den politischen Verhältnissen im Grenzland unmittelbar betroffen - und die Geschehnisse einer lange zurückliegenden, schicksalsträchtigen Nacht an den Ufern der Thaya wirken bis in die Gegenwart nach."

Harald Krassnitzer: Dieser Film "ist eine dieser Fügungen"

Harald Krassnitzer über die ersten Ideen zum neuen "Tatort"-Fall:
"Hätte Rupert Henning diesen Radiobeitrag zu dem 1968 an der Grenze wirklich geschehenen Fall nicht gemacht, den wir versuchen, in unserem "Tatort" nachzuerzählen, hätte es diesen Film nicht gegeben. Das ist eine dieser Fügungen. Das war so spannend, dass mir relativ schnell klar war, das ist ein echter "Tatort". Und als ich mit Rupert darüber gesprochen habe, hat es bei ihm ebenfalls sofort zu leuchten angefangen." Und weiter über seine persönlichen Erinnerungen an die Zeit des Prager Frühlings: "Damals 1968 war ich acht Jahre alt, und ich habe mich erst viel später damit auseinandergesetzt. Aber ich kann mich noch gut erinnern. An die Straßenschlachten, die Panzer in Prag und dass die ganze Welt dorthin geschaut hat. Aus österreichischer Sicht war das natürlich ein sehr nahes Ereignis. Von solch perfiden Methoden wie der Verschiebung von Grenzmarkierungen, um Flüchtlinge zu täuschen, damit sie sich schon in Freiheit wähnen und sich verraten, wusste ich allerdings nichts."

Adele Neuhauser: "Ich werde diesen Tag nie vergessen."

Adele Neuhauser über die Erinnerungen an den Eisernen Vorhang an der Grenze Österreichs zur Tschechoslowakei: "Ich hatte Verwandte in der Tschechoslowakei, und im Alter von neun Jahren war ich mit meiner Mutter auf Besuch bei meinem Onkel Ivo in Prag. Am 21. August 1968 marschierten die Russen in die Tschechoslowakei und eben auch in Prag ein. Von da an veränderte sich nicht nur das Leben meines Onkels, sondern einer ganzen Nation. Ich werde diesen Tag nie vergessen. Aber welche Dramen sich dann in Folge an der Grenze zu Österreich abgespielt haben, wusste ich bis zu unserem Dreh zum ,Tatort -Grenzfall‘ nicht so genau." Und weiter über die Dreharbeiten im Waldviertel: "In meiner Kindheit habe ich viel Zeit bei meinen Großeltern im Waldviertel zugebracht, allerdings in einem anderen Teil. Das Thayatal kannte ich nicht und ich war während der Dreharbeiten begeistert von der romantischen Schönheit dieses Landstrichs. Aber man fühlt noch eine gewisse, geheimnisvolle Tristesse in dieser Region, die sicherlich auch mit der Vergangenheit zusammenhängt."

Mehr zum Inhalt

Ein junger Österreicher kehrt eines Nachts im Jahr 1968 vom Fischen am Grenzfluss Thaya nicht mehr heim. Sein Verschwinden bleibt lange ungeklärt. Er hinterlässt eine Frau und einen minderjährigen Sohn. Es ist die Zeit des Prager Frühlings. Die tschechoslowakischen Behörden streiten einen Grenzzwischenfall beharrlich ab, obwohl zahlreiche Indizien dafür sprechen, dass es in besagter Nacht zu dramatischen Ereignissen in unmittelbarer Nähe des Eisernen Vorhangs gekommen ist. Erst Jahrzehnte später findet der Sohn (Harald Windisch) die Wahrheit über seinen Vater heraus - und muss erkennen, dass im Grenzland an der Thaya nichts einfach vergangen ist und die Geschehnisse einer lange zurückliegenden Nacht bis in die Gegenwart nachwirken.

"Tatort - Grenzfall" ist eine Produktion des ORF, hergestellt von Allegro Film, unterstützt vom Land Niederösterreich.

"Tatort - Grenzfall" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream angeboten.

Das gesamte TV-Angebot des ORF - ORF eins, ORF 2, ORF III sowie ORF SPORT + - ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090 010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

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