Bischöfe gegen "fertige Lösungen" im Vorfeld der Familiensynode

Erklärungen der Bischofskonferenz auch zu "Würde am Ende des Lebens", Christenverfolgung, Klimaschutz und Ressortneuverteilung

Wien, 6.3.2015 (KAP) Im Blick auf die bevorstehende Familiensynode im Vatikan ist es den österreichischen Bischöfen "wichtig, dass nicht bereits im Vorfeld fertige Lösungen präsentiert werden". Die in zwei Bischofsversammlungen abgehaltene Synode - eine fand im vergangenen Oktober statt, die ordentliche Generalversammlung folgt vom 4. bis 25. Oktober - sei "als ein geistlicher Prozess zu verstehen", heißt es in einer Erklärung der Österreichischen Bischofskonferenz im Anschluss an ihre Frühjahrsvollversammlung am Bodensee. Nach der ersten Phase des Hinschauens auf die Beziehungsrealitäten der Menschen gehe es jetzt "um eine Klärung und Unterscheidung der Geister".

Als Ziel habe Papst Franziskus festgehalten, dass für die Familien "konkrete Lösungen für alle Schwierigkeiten und die unzähligen Herausforderungen zu finden" sind. Die Bischöfe begrüßen ausdrücklich die vom Papst gewollte "offene Diskussion".

In den "Lineamenta", dem Ergebnispapier der letztjährigen Synodenversammlung, sind 46 Fragen enthalten, die - wie schon die Vatikan-Befragung im Vorfeld der ersten Synode - "erneut breit innerhalb der Kirche behandelt werden sollen". Diese Fragen will die Bischofskonferenz wieder auf diözesaner Ebene bearbeitet und zusammengefasst wissen.

Der parlamentarischen Enquete-Kommission "Würde am Ende des Lebens" zollten die Bischöfe Anerkennung für deren "richtungsweisendes Votum", die Hospiz- und Palliativversorgung in Österreich nachhaltig abzusichern, sowie die Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht weiterzuentwickeln. Vor dem Hintergrund "erschreckender Entwicklungen" in jenen Ländern, wo der strafrechtliche Schutz am Lebensende gelockert wurde, plädieren die Bischöfe zugleich erneut dafür, "die bewährte österreichische Gesetzeslage nachhaltig und adäquat abzusichern".

Staatengemeinschaft versagt bei Christenverfolgung

Solidarität mit verfolgten orientalischen Christen fordern die Bischöfe angesichts des drohenden "Genozids an den Erben des frühen Christentums" durch islamistische Terrormilizen. "Vor den Augen der Weltöffentlichkeit geht das Morden weiter und offenbart gleichzeitig ein Versagen der internationalen Staatengemeinschaft darin, alle bedrohten Menschen gleich welcher Religionszugehörigkeit effektiv zu schützen." Nicht nur Christen würden zu Recht von Österreich und anderen Staaten, von EU und UNO erwarten, "dass sie stärker als bisher Schutz und Hilfe bieten und sich für eine Friedenslösung einsetzen".

In einer weiteren Erklärung nehmen die Bischöfe die Politik beim Thema Klimawandel in die Pflicht. Österreich solle sich engagiert und großzügig für ein neues weltweites Klimaschutzabkommen einsetzen, von der Bundesregierung fordert die Bischofskonferenz einen "fairen Beitrag" für den Grünen Klimafonds, der Entwicklungsländer dabei unterstützt, die Folgen der Erderwärmung abzufedern. Auch den Einsatz für eine weltweite Strategie, die auf einen Ausstieg aus den fossilen Energien abzielt, sehen die Bischöfe als eine Aufgabe der Regierung.

Die nach der Emeritierung von Bischof Egon Kapellari notwendige Neuverteilung der Zuständigkeiten in der Bischofskonferenz ergab folgendes Ergebnis:
Kardinal Christoph Schönborn wurde mit dem Bereich Medien betraut, der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics übernimmt die Europa-Agenden. Neuer Stellvertretender Vorsitzender der Bischofskonferenz ist für die nächsten sechs Jahre der Salzburger Erzbischof Franz Lackner.

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(forts. mgl.) rme/jmo/

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