WKÖ-Hochhauser: Frauen sind quer durch die Wirtschaft im Vormarsch

Bestehende offene Punkte bei Gleichstellung sind nur durch bessere Bedingungen für Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu lösen, nicht durch Zwangsmaßnahmen

Wien (OTS) - Beim Abbau von Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen am Arbeitsmarkt habe es in den vergangenen Jahren wichtige Fortschritte gegeben, betont Wirtschaftskammer-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März. "Frauen sind quer durch die Wirtschaft im Vormarsch: Ob als Unternehmerin, als Gründerin oder unselbständig Beschäftigte, wo Österreich eine im EU-Vergleich überdurchschnittlich hohe Quote aufweist. Selbst beim viel diskutierten Thema Aufsichtsräte steigt der Anteil der weiblichen Aufsichtsräte seit Jahren stetig. Kurzum:
Die Richtung stimmt, das Tempo könnte da und dort aber höher sein." Der internationale Frauentag solle daher auch zum Anlass genommen werden, um die in den vergangenen Jahren erreichten Verbesserungen von Frauen in Wirtschaft und Gesellschaft positiv zu kommunizieren.

Gleichzeitig sei es nicht zuletzt aus ökonomischen Gründen offensichtlich, dass die Wirtschaft in Zukunft noch stärker auf Frauen setzen müsse, so Hochhauser: "Frauen zählen zu den Schlüsselkräften der Zukunft. Außerdem zeigt eine Studie nach der anderen, dass gemischte Teams erfolgreicher sind." Ein Trugschluss und kontraproduktiv sei es aber, hier mit Zwangsmaßnahmen wie Quoten für private Unternehmen vorzugehen. Der Schlüssel zu einer noch höheren Beteiligung der Frauen am Arbeitsmarkt und insbesondere auch in den Führungsetagen liege vielmehr in der weiteren Verbesserung der Rahmenbedingungen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf: "An einem konsequenten Ausbau qualitativ hochwertiger Kinderbetreuung - flächendeckend und auch für Unter-Dreijährige -führt kein Weg vorbei", so Hochhauser. Auch die Öffnungs- und Schlusszeiten gehen vielfach an den Realitäten und Notwendigkeiten der modernen Arbeitswelt vorbei und müssten flexibler gestaltet werden.

"Wünschenswert wäre", so Hochhauser weiter, "wenn beim Thema Frauen am Arbeitsmarkt die Anliegen der Betroffenen mehr Gehör finden würden. Es zeigt sich nämlich, dass das von manchen praktizierte Schlechtreden der Teilzeit an den Wünschen und Bedürfnissen der Frauen komplett vorbei geht." So gab es beispielsweise Ende 2014 in Österreich rund 12 Mal so viele Arbeitslose mit Teilzeitwunsch wie offene Teilzeitstellen. Bei Vollzeit war das Verhältnis gemäß AMS rund 1:10. Hochhauser: "Teilzeit ist ein Wunschmodell, nicht Zwangsbeglückung - vor allem für Frauen und das aus einem einfachen Grund: Sie sehen darin eine wichtige Möglichkeit, um Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen." Das belegen auch die Daten des AMS: Fast 9 Mal so viele Frauen als Männer suchen eine Teilzeitstelle. Zudem, das zeigt eine Market-Umfrage vom vergangenen Jahr, ist gerade bei Frauen der Wunsch nach flexibleren Arbeitszeiten stark ausgeprägt. Doch selbst wenn Unternehmen und Arbeitnehmerin miteinander eine Lösung finden könnten, spießt es sich an den gesetzlichen oder kollektivvertraglichen Rahmenbedingungen. "Hier muss es möglich sein, individuelle Spielräume zu finden und im Einvernehmen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer umsetzen zu können", fordert die WKÖ-Generalsekretärin.

Die WKÖ selbst setzt darauf, Frauen konkret und praxisnah zu unterstützen. Gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium und der IV wurde unter dem Titel "Zukunft.Frauen" ein eigenes Führungskräfteprogramm für Frauen ins Leben gerufen, um hochqualifizierte Frauen gezielt auf Führungsfunktionen in der Wirtschaft vorzubereiten. (PWK172/SR)

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