NMS als verhinderte Gesamtschule im Kreuzfeuer der Konservativen

FSG-PflichtschullehrerInnen: „Die Welt ist nicht schwarz, sie ist bunt.“

Wien (OTS) - Die FSG-PflichtschullehrerInnenvertretungen in Bund und Ländern fordern eine korrekte mediale Darstellung des Expertenberichtes zur Neuen Mittelschule. So wie Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek sehen sie die eindimensionale Kritik an der NMS als Affront gegenüber deren engagierten LehrerInnen.++++

"Das vorliegende Ergebnis der Evaluation der Neuen Mittelschule lässt sich von mehreren Seiten betrachten", stellt der Bundesvorsitzende der FSG in der PflichtschullehrerInnengewerkschaft Thomas Bulant fest.

o Der Forschungsbeauftragte Univ.-Prof. Dr. Ferdinand Eder (Universität Salzburg) konstatiert eine verbesserte Schul- und Lernumwelt und macht das an positiven Rückmeldungen zur Unterrichtsgestaltung und am Rückgang von Gewalt fest.
o Es gibt teilweise Leistungsverbesserungen und eine bessere Förderung überfachlicher Kompetenzen, etwa im sozialen Zusammenleben. Das sind genau jene Bereiche, auf die die PflichtschullehrerInnen schon immer großen Wert gelegt haben.
o Die verbesserte Lernumwelt wirke sich laut Bericht jedoch nicht durchgehend und nicht konsistent auf den Lernerfolg aus. Den Grund dafür sieht die FSG-PflichtschullehrerInnen in der Tatsache, dass die NMS nicht als Ersatz, sondern in Konkurrenz zu etablierten Schulformen eingeführt und sozial selektiv gewählt wurde. "Einige der im Expertenbericht aufgezeigten Kritikpunkte resultieren aus der Bildungspolitik der ÖVP, eine gemeinsame Schule zu verhindern", Bulant.

Die FSG-PflichtschullehrerInnen hat dem Bildungsministerium im Sinne einer erfolgreicheren Neuen Mittelschule unter anderem folgende Vorschläge unterbreitet:

o den schulautonomen Einsatz der sechs Bundesstunden,
o die schulautonome Entscheidung über alle im Gesetz vorgesehenen Differenzierungsmöglichkeiten gemäß § 31 a SchuG (Teamteaching, Bildung temporärer Lerngruppen, Förder- bzw. Leistungskurse),
o die schulautonome Entscheidung über den Einsatz von Landes-und/oder BundeslehrerInnen,
o die schulautonome Auswahl der Mitteilungspflichten an die Eltern gemäß § 19 SchuG (Elternsprechtage oder KEL-Gespräche),
o die Einführung der gemeinsamen Schule bis zum Ende der Schulpflicht.

Bulant: "Tatsächlich leisten die LehrerInnen in den Neuen Mittelschulen äußerst engagierte Arbeit mit zahlreichen neuen pädagogischen Ansätzen, jedoch oft unter sehr schwierigen Rahmenbedingungen. Es darf nicht sein, dass auf deren Rücken durch eine negative mediale Darstellung politisches Kleingeld gewechselt wird."

Rückfragen & Kontakt:

MMag. Dr. Thomas Bulant
Bundesvorsitzender der FSG in der PflichtschullehrerInnengewerkschaft
1010 Wien, Schenkenstraße 4 / 5. Stock
Mail: thomas.bulant@apsfsg.at
Handy: 069919413999

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