AKH-Primarärzte fordern Unterstützung durch Universitätenkonferenz

Kein "Auseinanderdividieren" der Universitäten, Entsolidarisierung sorgt für Befremden

Wien (OTS) - Befremdet äußerten sich Vertreter des Primarärztekollegiums des AKH Wien über die Ablehnung der Universitätenkonferenz (uniko), durch die Umsetzung des Ärztearbeitszeitgesetzes anfallende Mehrkosten für Ärztinnen und Ärzte aus den zusätzlichen Mitteln für die Universitäten von 615 Millionen (2016 bis 2018) zu finanzieren. "Der für die AKH-Ärzte zuständige Wissenschaftsminister Dr. Reinhold Mitterlehner will sich für eine gute und tragfähige Lösung des Problems einsetzen, und das jetzt von der uniko betriebene Auseinanderdividieren von Medizin-Universitäten und Nicht-Medizin-Universitäten und die damit betriebene Entsolidarisierung ist aus unserer Sicht inakzeptabel", kritisiert Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski, Sprecher der Primarärztinnen und -ärzte des AKH Wien.

Zu den vom Präsidenten der Universitätenkonferenz (uniko), Univ.-Prof. Dr. Heinrich Schmidinger, geäußerten Bedenken, dass die durch das neue Ärztearbeitszeitgesetz entstehenden Mehrkosten für Ärztehonorare auf Kosten anderer Universitäten gehen könnte, sagt Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant (Leiter der Univ.-Klinik für Chirurgie) befremdet: "Auch die MedUni Wien zählt zu Österreichs Universitäten, und gerade jetzt, wo BM Mitterlehner sich in lösungsorientierter Weise in den Prozess eingeschaltet hat, erhoffen wir uns von Rektor Schmidinger eigentlich uneingeschränkte Unterstützung für die Anliegen der Universitätsärztinnen und -ärzte, und keinen Gegenwind." Keinesfalls sollte eine Universität gegen andere Universitäten ausgespielt werden, warnt Prof. Gnant.

MedUni Wien-Leistungen tragen maßgeblich zum Ruf der österreichischen Universitäten bei

Dass die Leistungen des AKH Wien und der MedUni Wien sehr maßgeblich zum Ruf, Image und Erfolg der österreichischen Universitäten beigetragen haben und beitragen, betont Univ.-Prof. Dr. Günther Laufer (Leiter der Klin. Abteilung für Herzchirurgie): "Die klinische Medizin hat von allen wissenschaftlichen Disziplinen in den letzten Jahren den stärksten, objektiv dokumentierbaren Leistungszuwachs in Österreich erfahren und liegt 26 Prozent über dem Weltdurchschnitt. Das ist das Verdienst der Ärztinnen und Ärzte an den medizinischen Universitäten. Gelder, die nun für Gehälter in diesen Bereichen verwendet werden, sind Investitionen in einen der drei besten Forschungsbereiche Österreichs, die klinisch-medizinische Forschung, und nicht bloße Personalkosten. Diese Umstände müssen auch von der Universitätskonferenz klar erkannt werden und wir erwarten uns von dieser Seite einen uneingeschränkten Support."

Der Standort AKH-MedUni Wien hat in den letzten Jahren international deutlich an wissenschaftlicher Bedeutung gewonnen, so Prof. Zielinski: "Das ist dem Umstand zu verdanken, dass eine forcierte Förderung der Medizin durch die alleinige Tatsache der Errichtung des neuen AKH stattgefunden hat, wo in unmittelbarer Nachbarschaft Wissenschaft und Klinik zur Anwendung kommen. Klinische Studien, die Hauptleistungsträger klinischer Forschung, konnten auf diese Weise Patientinnen und Patienten zugänglich gemacht werden." Dies habe es ermöglicht, daß Patientinnen und Patienten aus ganz Österreich in vielen Fällen von neuesten und modernsten Therapien profitieren konnten. Wenn nun dieser Umstand durch budgetäre Kürzungen gefährdet wird, schlage sich das auf den gesamten Forschungsstandort Österreich nieder, warnt Prof. Zielinski: "Es bleibt zu hinterfragen, warum gerade dieser Umstand von Herrn Rektor Schmidinger ungenügend gewürdigt wird, statt gerade die Medizin in Wien als glühendes Vorbild für andere wissenschaftliche Disziplinen, die vielleicht mehr Aufholbedarf haben, hinzustellen."

Dank an Universitätsrats-Vorsitzenden Dr. Busek

Dem Vorsitzenden des Universitätsrates der MedUni Wien, Dr. Erhard Busek, sei dafür zu danken, dass es sich der Konsequenzen des Ärztearbeitszeitgesetzes auf die ärztliche Versorgung im AKH Wien annimmt, so Prof. Zielinski: "Es ist ein sinnvolles Gesetz, und es ist wichtig, die zuständigen Stellen daran zu erinnern, dass auch die erforderlichen Ressourcen bereitgestellt werden müssen. Nur so kann verhindert werden, dass sich die Umsetzung des Gesetzes dramatisch auf die Versorgung auswirkt."

Absender: Primarärztekollegium des AKH Wien

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