ORF-Reihe „Was ich glaube“ startet Serie „Verschwunden und vergessen – Frauen in der Bibel“

Anlässlich des ORF-Programmschwerpunkts zum Weltfrauentag am 8. März

Wien (OTS) - Im Rahmen des ORF-Programmschwerpunkts zum Weltfrauentag am 8. März (Details unter http://presse.ORF.at) startet die Reihe "Was ich glaube" am Internationalen Frauentag eine Serie über Frauen in der Bibel, die rund um Jesus bzw. in der frühen Kirche leitende und verantwortungsvolle Aufgaben innenhatten, im Laufe der Kirchen-und Auslegungsgeschichte jedoch in Vergessenheit gerieten, verschwanden, verdrängt wurden. Im Rahmen der Serie "Verschwunden und vergessen - Frauen in der Bibel" machen sich die Theologinnen Susanne Heine, Monika Prettenthaler und Andrea Taschl-Erber an fünf Sonntagen im März bzw. April jeweils um 16.55 Uhr in ORF 2 auf die Suche nach verschwundenen Frauen und vergessenen Säulen des Christentums.

Es ist falsch, dass nur Männer in der frühen Kirche Apostel waren. Die Apostelin Junia beispielsweise wurde von den ersten Kirchenvätern noch als "berühmte Apostelin" gepriesen. Im Mittelalter jedoch erfährt sie eine folgenschwere "Geschlechtsumwandlung". Unter der Feder des Bibelkommentators Ägidius von Rom wird aus der Frau Junia ein Mann - der Apostel Junias. Dass der "angesehene Apostel" Junias -so sind sich Bibelwissenschafter und Bibelwissenschafterinnen heute einig - auf dieser Fehlübersetzung beruht und eigentlich eine Junia war, ist von entscheidender Bedeutung für die Rolle der Frau in der Kirche. Bis heute jedoch fristet die Apostelin Junia in den gängigen Bibelausgaben ein Dasein als Mann.

Junia ist nur eine der Frauen, die im Laufe der Auslegungsgeschichte des Neuen Testaments zum Verschwinden gebracht wurde, auf deren Funktion in der frühen Kirche vergessen wurde, die verdrängt wurde. Es gab verschiedenste Methoden, Frauen im Umkreis Jesu und der frühen Kirche verschwinden zu lassen. Die bekannteste unter ihnen ist wohl Maria von Magdala. Wie konnte es geschehen, dass sie, die als erste die Auferstehung Jesu bezeugte, von der Verkünderin zur Sünderin wurde? Weniger bekannt ist schon, dass es mit Phoebe von Kenchreä in der frühen Kirche eine Diakonin und Vorsteherin gegeben hat. Phoebe wurde im Laufe der Zeit zur Hilfskraft des Apostels Paulus kleininterpretiert. Dass es eine Frau war, die sich als erste in Europa taufen ließ, hat man auch lange Zeit verdrängt: Lydia, die erste Christin Europas, geriet fast 2000 Jahre in Vergessenheit.
In der neueren theologischen Forschung versucht man, den vergessenen und verdrängten Frauen wieder ihren Platz zurückzugeben.

Die Sendungen im Einzelnen:

Sonntag, 8. März, 16.55 Uhr, ORF 2: "Wie Frauen zum Verschwinden gebracht werden"
Sonntag, 15. März, 16.55 Uhr, ORF 2: "Phoebe"
Sonntag, 22. März, 16.55 Uhr, ORF 2: "Lydia"
Sonntag, 29. März, 16.55 Uhr, ORF 2: "Junia"
Sonntag, 5. April, 16.55 Uhr, ORF 2: "Maria von Magdala"

Die Sendungen sind nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und werden auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

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