Aslan: Österreichweit nur sechs Betreuungseinrichtungen für Opfer sexueller Gewalt

Grüne: Momentane Rechtslage ahndet Gewalt an Frauen unzureichend

Wien (OTS) - In Österreich fehlen Betreuungsplätze für Frauen, die Opfer von Gewalt werden. Das geht aus dem "WAVE Report" ("Woman Against Violence Europe") hervor, der auf Daten aus 46 europäischen Ländern, inklusive der EU-Mitgliedsstaaten, basiert. Europaweit fehlen 54.900 Frauenhausplätze. In Österreich gibt es landesweit nur sechs Einrichtungen für Opfer von sexueller Gewalt, tatsächlich bräuchte es 20.

Die Istanbul-Konvention empfiehlt die Einrichtung eines Betreuungsplatzes pro 10.000 EinwohnerInnen. Österreichweit gibt es 30 Frauenhäuser mit 759 Plätzen. Basierend auf der Empfehlung müssten es 837 sein. "Österreich rühmt sich damit, die Istanbul-Konvention als eines der ersten Länder ratifiziert zu haben. Jetzt geht es darum, die darin enthaltenen Maßnahmen auch tatsächlich umzusetzen", fordert die Frauensprecherin der Grünen, Berivan Aslan, und kritisiert: "Es fehlt vor allem an der Finanzierung von Frauenhäusern und Einrichtungen für Opfer von sexueller Gewalt. Die Kompetenzen werden zwischen Bund und Ländern hin und hergeschoben."

Gewalt gegen Frauen ist nach wie vor ein tabuisiertes Thema. In Österreich ist jede fünfte Frau in ihrem Leben von Gewalt betroffen. Die Dunkelziffer ist hoch.
Derzeit reicht ein 'Nein' oder Weinen als Abwehr nicht aus, um einen Täter der Vergewaltigung zu belangen. Lediglich sichtbare Gewaltanwendung kann geahndet werden. "Die momentane Rechtslage berücksichtigt nicht, dass Frauen sich oft aus Angst nicht wehren können. Trotz vieler Anzeigen kommt es nur selten zu einer Verurteilung, es scheitert oft an der Beweislage. Das muss dringend geändert werden. Minister Brandstetter hat dies bereits in Aussicht gestellt, nun sollte er es rasch umsetzen", fordert Aslan.

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