KAICIID Dialogzentrum startet Initiative zur Friedensbildung in der Zentralafrikanischen Republik

Wien (OTS) - Das KAICIID Dialogzentrum startet eine auf zwölf Monate angelegte Initiative zur Friedensbildung in der Zentralafrikanischen Republik. Dieses Land wird von einem Konflikt heimgesucht, in dessen Verlauf fast 900.000 Menschen gewaltsam vertrieben wurden. Nun fördert KAICIID den Dialog zwischen christlichen und muslimischen Gemeinden und unterstützt damit Konfliktlösung und Versöhnung.

Der KAICIID-Experte für Friedensbildung, Botschafter Alvaro Albacete, erklärt: "Der Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik hat viele Ursachen. Die Manipulation von Religion ist definitiv eine davon. Religion als Teil der Lösung zu sehen, wird oft außer Acht gelassen. Das Zusammentreffen von christlichen und muslimischen Religionsführern, die in Dialog über die Probleme in ihrem Land treten, macht einen Prozess der Versöhnung viel wirkungsvoller."

Dialog mit christlichen und muslimischen Gemeinden

KAICIID unterstützt lokale Religionsführer bei der Beendigung des Konflikts und arbeitet dabei mit der NGO für internationale Konfliktlösung "Search for Common Ground" und der größten finnischen Organisation für Entwicklungszusammenarbeit "Finn Church Aid" zusammen. KAICIID wird einen intra- und interreligiösen Dialog in den christlichen und muslimischen Gemeinden im Land vermitteln, damit sich diese beim Wiederaufbau des Landes aktiv einbringen können. Durch die Initiative werden stärkere Allianzen über religiöse Linien hinweg entwickelt und die gemeinsame und gleichwertige Staatsangehörigkeit jeder Person im Land aufgebaut, unabhängig von deren religiöser Überzeugungen.

Vorbereitungen seit Mai 2014

Die Aktivitäten von KAICIID in der Zentralafrikanischen Republik gründen sich auf eine vorangegangene Bedarfsermittlung und Einbindung der betroffenen Gruppen in und außerhalb des Landes. Dazu brachte KAICIID bereits im Mai 2014 Religionsführer, Entscheidungsträger und NGOs in Wien zusammen. Bei diesem Treffen brachten die Teilnehmer ihre Erfahrungen in der Konfliktlösung ein, beurteilten die Ausgangssituation und gaben Empfehlungen für die weitere Zusammenarbeit und zukünftige Maßnahmen. Diese Ergebnisse setzt KAICIID nun mit seiner breiten Initiative im Land um, die auch bereits laufende Bemühungen im Land zum Dialog und zur Friedensbildung stärkt. Mai 2014 bildete den Auftakt der Zusammenarbeit von KAICIID, Religionsführern und Entscheidungsträgern in der Zentralafrikanischen Republik bei der Identifizierung von Partnern und beim Aufbau von Netzwerken zur Umsetzung des Projekts.

Vertriebene innerhalb und außerhalb des Landes

Seit 2012 ist die Zentralafrikanische Republik Schauplatz intensiver ethnischer und sektiererischer Gewalt. Trotz internationaler friedenserhaltender Bemühungen dauert diese Gewalt bis heute an. Viele Kenner des Landes warnen, dass die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen werden, um die Gewalt auch langfristig einzudämmen.

Nach Angaben des UNHCR wurden in der Zentralafrikanischen Republik mehr als 893.000 Menschen gewaltsam vertrieben: 442.000 Menschen innerhalb des Landes und 451.000 ins ausländische Exil, darunter vor allem Kamerun (245.000), Tschad (94.000) und Demokratische Republik Kongo (88.000). Botschafter Albacete ergänzt: "Zusammen mit unseren Partnern setzen wir auf die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung der Zentralafrikanischen Republik, um einen Konflikt zu lösen, der leider schon allzu lange andauert."

Über KAICIID

KAICIID wurde im November 2012 als internationale Organisation gegründet. Die Aktivitäten des Zentrums werden von einem multireligiösen Board of Directors, sowie dem Council of Parties -bestehend aus den Regierungen Österreichs, Saudi Arabiens und Spaniens sowie dem Heiligen Stuhl als Gründungsbeobachter - geleitet.

KAICIID wurde insbesondere dazu gegründet, um Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Religionen und der Zivilgesellschaft zu fördern. Es strebt an, religiöse Führungspersönlichkeiten weltweit zu mobilisieren und sie dabei zu unterstützen, im Sinne des Gemeinwohls zu handeln.

Mit dem Ziel zu einer Lösung von Konflikten beizutragen sowie gegenseitigen Respekt und Verständnis zwischen verschiedenen religiösen und kulturellen Gruppen zu fördern, bekämpft das Dialogzentrum alle Formen von Diskriminierung und Stereotypisierung aufgrund von Religion oder Glauben. Organisierte Gewalt, welche auf Zivilisten, Religionsanhänger und Andachtsstätten abzielt, ist eine Form extremer religiöser Diskriminierung.

Rückfragen & Kontakt:

Peter Kaiser
Head of Communications
Schottenring 21
1010 Wien
Tel.: +43 1 313 22 411
Mobil: +43 664 231 0593
E-Mail: peter.kaiser@kaiciid.org

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