Aslan: Österreichscher Gender Pay Gap einfach nur beschämend

Grüne fordern konkrete Maßnahmen statt Ankündigungspolitik

Wien (OTS) - Dass Frauen in Österreich weit weniger als Männer verdienen, ist seit Langem bekannt. Jedes Jahr rund um den Equal Pay Day werden Jahrzehnte alte Forderungen wieder aufgewärmt; seitens der Frauenministerin wird verkündet, dass sich die Lohnschere dringend schließen muss.
Vollzeit beschäftigte Frauen verdienen in der EU im Durchschnitt um 16,4 Prozent weniger als Vollzeit beschäftigte Männer. In Österreich sogar um 23,4 Prozent weniger. Österreich liegt damit EU-weit am vorletzten Platz. "Das ist beschämend", sagt Berivan Aslan, Frauensprecherin der Grünen.

"Was zu tun wäre, um die Lohndifferenz zwischen Frauen und Männern in Österreich zu beseitigen, ist längstens bekannt: Es braucht eine Angleichung der Gehälter in vorwiegend von Frauen ausgeübten Berufen an jene von vorwiegend von Männern ausgeübten Berufen. Quotenregelungen, eine geschlechtergerechte Aufteilung der AMS-Fördergelder oder die Förderung für Betriebe nur bei Nachweis von Gleichbehandlung von Frauen und Männer, sind weitere Beispiele", erläutert Aslan und weiter: "Ich erwarte mir von der Frauenministerin, dass sie gerade rund um den Frauentag nicht bei Ankündigungen bleibt, sondern endlich konkrete Maßnahmen und deren Budgetierung präsentiert".

Die Einkommensberichte, die seit 2014 auch Unternehmen ab 150 MitarbeiterInnen erstellen müssen, sind aus der Sicht der Grünen ein nützliches Instrument zur Bekämpfung der Einkommensunterschiede. Sie sollten aber einer unabhängigen Stelle zur Einsicht und Prüfung übermittelt werden, denn die BetriebsrätInnen, denen diese Berichte vorgelegt werden, dürfen über deren Inhalt in der Öffentlichkeit auch nichts Negatives sagen, sonst drohen Sanktionen. "Derzeit dürfen weder die Öffentlichkeit noch die Frauenministerin in die Einkommensberichte Einblick nehmen. Das wird auch von der Europäischen Kommission kritisiert", sagt Aslan.

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