Ärzte sprechen sich für Impfpflicht aus

Nur ein Bruchteil der Mediziner outet sich als Impfskeptiker

Wien (OTS) - Österreichs Ärzte sprechen sich angesichts neuer Masernfälle mehrheitlich für eine Impfpflicht aus. In einer Blitzumfrage der Medizin Medien Austria stimmten 57,7% der Allgemeinärzte, Pädiater und Internisten für eine solche Pflicht. Befragt wurden mehr als 700 Ärzte*) über das Ärzte-Befragungstool MindMaker. Österreichs Ärztebasis widerspricht damit der Position von Kammern und Politik, die eine Impfpflicht ablehnen.
Nahezu jeder fünfte befragte Arzt fordert demnach eine generelle Impfpflicht (24,7%), die Mehrheit wünscht sie sich jedoch nur für Erkrankungen, die die WHO ausrotten will (29%). Ein geringer Teil der Ärzte würde eine Impfpflicht auf Krankheiten begrenzen, die in Folge einer Epidemie aufgetreten sind (4%). Deutlich werden Unterschiede zwischen den Ärztegruppen: Unter Spitalsärzten ist die Forderung nach einer Pflicht zur Impfung mit 69,8% deutlicher als bei niedergelassenen Ärzten (54,9%). Deutlicher ist die Forderung zudem bei Internisten (71,5%) als bei Kinderärzten (59%) und Allgemeinmedizinern (54,6%).

Jeder fünfte Arzt würde statt einer Impfpflicht lieber die Aufklärung verstärken und nimmt sich selbst damit in die Pflicht (20,4%). Mehr als jeder Zehnte äußert die Befürchtung, dass eine Impfpflicht verfassungswidrig wäre (13,5%).

Nur insgesamt drei Prozent der befragten Ärzte outeten sich als Skeptiker und gaben an, Masern seien harmlos, die Erkrankung dürften Kinder "ruhig durchmachen", oder Impfstoffe hätten potenziell mehr Nebenwirkungen als Nutzen.

Ganz im Gegenteil: Die absolute Mehrheit der Ärzte steht deutlich hinter der Masernimpfung. 92,9% der Befragten geben an, dass die eigenen Kinder geimpft sind. Bei Kinderärzten und Internisten ist diese Aussage häufiger als bei Allgemeinärzten (98,7 und 97,8 versus 90,1%). Beeindruckend ist, dass jeder fünfte Arzt (21,8%) von seinem Praxispersonal fordert, gegen Masern geimpft zu sein.

Österreich zählt heuer bereits fast 50 Masern-Fälle. In Deutschland herrscht eine Epidemie mit rund 600 Erkrankten. Seither sprechen sich deutsche Politiker und Bundesärztekammer für eine Impfpflicht aus. Nach dem Willen der WHO hätten die Masern bis spätestens 2015 ausgerottet worden sein sollen.

MindMaker:

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*) Die Online-Umfrage ist repräsentativ für Allgemeinmediziner. Teilgenommen haben 732 niedergelassen Allgemeinärzte und Internisten sowie niedergelassene und im Spital tätige Pädiater (Umfragezeitraum:
26.02., 18 Uhr, bis 2.03., 7:30 Uhr).

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