"Nagelt doch den Pudding an die Wand!" - Nachhaltigkeit in der Kinder- und Jugendhilfe

Alle Welt redet von Nachhaltigkeit. Wie aber steht es um die Nachhaltigkeit im Sozialbereich?

Wien (OTS) - Fallbeispiel: Lore, bald 13 Jahre. Die Akten stapeln sich in die Höhe, 8 Monate Psychiatrie, 7 verschiedene Fremdunterbringungen, Schulverweigerung, Drogenkonsum,"unbetreubar".

Wer arbeitet mit ihren Eltern? Wer arbeitet mit ihren Geschwistern? Wer bleibt, wenn sie von der Psychiatrie in die WG, von der WG in die Pflegefamilie, von da wieder weiter wechselt? Wer betreut sie darüber hinaus, auch noch später, wenn sie ihr eigenes Kind bekommt? Arbeiten wir nachhaltig?

Das SOS-Kinderdorf hat dazu eine Fachtagung initiiert - im steirischen Gleisdorf UND in Klagenfurt.

In Kärnten gab es dazu eine Kooperation mit der Diakonie de la Tour und in der Steiermark mit der FH Burgenland.

Aus ganz Österreich haben sich über 400 Fachleute aus den Bereichen Sozialpädagogik, Sozialwissenschaft und Landespolitik eingefunden, um sich unter dem Motto "Nagelt doch den Pudding an die Wand" dem Thema Dimensionen der Nachhaltigkeit in der Kinder-und Jugendhilfe zu widmen, mit renommierten ReferentInnen (Wirtschaft, Gesellschaft und Soziales)aus Österreich, Schweiz und Deutschland.

Susanne Maurer-Aldrian, Geschäftsführerin SOS-Kinderdorf Region SÜD:

"Uns ist natürlich klar, dass wir keinen Pudding an die Wand nageln können, aber zumindest haben wir doch ganz offensichtlich mit diesem Thema den Nagel auf den Kopf getroffen, wenn ich mir die Teilnehmerliste der Tagung anschaue! In den letzten Jahren hat die Wirksamkeitsdiskussion bereits zu Recht Einzug in den Sozialbereich genommen. Ich hoffe, wir haben mit dieser Fachtagung einen weiteren Diskurs in Gang gebracht."

Mit einem weiträumigen und kritischen Blick auf die Soziallandschaft haben die ReferentInnen eine spannende Perspektive in die Nachhaltigkeitsdiskussion eingebracht.
Auch Image und Selbstwahrnehmung des Sozialarbeiters brauchen wohl dringend neue Politur.

Ingenieure, die Atomkraftwerke bauen, haben eine große Lobby, erleben Wertschätzung, verdienen gutes Geld. Flugzeugpiloten werden bewundert, sind gesellschaftlich hoch anerkannt und erkennen sich auch selber an!
Wie ist es aber mit den "Sozialpiloten", die Kinder ins Glück fliegen? Zurück in ihre Familien begleiten? Bruchladungen verhindern und Notlandungen meistern?

Matthias Liebenwein (Fachbereichsleitung Kind, Jugend & Familie, Diakonie de la Tour)

"Es ist großartig, sich in dieser Kooperation mit dem SOS-Kinderdorf in dieser Intensität den gesellschaftspolitischen Perspektiven in der Kinder- und Jugendhilfe zu widmen und ein gemeinsames Ziel zu verfolgen: Unsere Kinder- und Jugendlichen nachhaltig zu unterstützen und zu schützen."

Roland Fürst (FH Burgenland, Departmentleitung, Studiengangsleitung Soziales)

"Ich wünsche mir unbequeme, talentierte und gut ausgebildete SozialarbeiterInnen, die vieles infrage stellen!"

Auf die Frage, ob sich Pudding an die Wand nageln lässt, könnte man aus heutiger Sicht vielleicht schon mal sagen: JA, der Rahmen macht´s!

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