Ö1: "Hörspiel des Jahres 2014" ist K. Kraus' "Die letzten Tage der Menschheit" mit E. Steinhauer - "Hörspiel-Kritikerpreis" für FALKNER

Petra Morzé wurde im ORF-RadioKulturhaus als "Schauspielerin des Jahres" geehrt

Wien (OTS) - ACHTUNG: SPERRFRIST FÜR ALLE MEDIEN (FERNSEHEN, RADIO, INTERNET, TELETEXT UND PRINT) BIS FREITAG, 27. FEBRUAR 2015, 21.30 UHR BEACHTEN!

Bei der vom ORF zum 22. Mal durchgeführten Publikumswahl wählten die Hörerinnen und Hörer aus zweiundzwanzig Neuproduktionen des Jahres 2014 ihr "Hörspiel des Jahres". Das Publikum hat sich dieses Mal klar für die zweiteilige Hörspieladaption des zeitkritischen Weltkriegsdramas "Die letzten Tage der Menschheit" von Karl Kraus entschieden, in der Erwin Steinhauer sämtliche Stimmen verkörpert. Der zum achten Mal vergebene "Hörspielpreis der Kritik" geht an "Manifest 44. Der schwarze Trauerzug, Amsel, Drossel, Fink und Star, der Rabe, der Rabe, der Uhu, der Uhu", ein Hörspiel der Autorin und Hörspielregisseurin FALKNER. Die Ergebnisse wurden im Rahmen der "Ö1 Hörspiel-Gala" am Freitag, den 27. Februar im Wiener ORF-RadioKulturhaus bekannt gegeben. Als "Schauspielerin des Jahres" wurde Petra Morzé geehrt. Der erste Teil des "Hörspiel des Jahres" wird am Samstag, den 28. Februar um 14.00 Uhr in Ö1 erneut ausgestrahlt. FALKNERS Stück wird im "Hörspiel-Studio" am Dienstag, den 3. März ab 21.00 Uhr wiederholt.

Das diesjährige "Hörspiel des Jahres" ist die Neuinterpretation der "letzten Tage der Menschheit" von Karl Kraus durch Erwin Steinhauer. Die am Theater als weithin unspielbar geltende "Tragödie in 5 Akten mit Vorspiel und Epilog" ist für Erwin Steinhauer, der alle Rollen spricht, "das nationale Drama der Österreicher". Geschrieben 1915 bis 1922, als Reaktion auf den Ersten Weltkrieg, in dem 17 Millionen Menschen starben, ist es nicht nur ein Antikriegsstück, sondern auch eine monumentale Realsatire. Sie zeigt besonders virtuos, wie das "gemeine Desinteresse" des österreichischen Volks am Beginn des bis dahin umfassendsten Krieges der Geschichte in Aggressivität umschlug. Für die zweiteilige Hörspielfassung haben Erwin Steinhauer und Franz Schuh aus mehr als 200 Szenen eine Auswahl getroffen, die auch heute noch aktuell erscheint. Nicht zuletzt ist das Drama ein klares Bekenntnis zur zivilisierten Form des Zusammenlebens der Menschen. Die Musik ist ein wesentlicher Bestandteil des "Hörspiel des Jahres", sie stammt von Georg Graf, Joe Pinkl, Pamelia Stickney und Peter Rosmanith.

Auf den zweiten Platz wählte das Ö1-Publikum die Hörspielfassung von Oskar Panizzas "Das Liebeskonzil". Schauspieler Wolfram Berger (Regie: Peter Kaizar) hat eine bissige und amüsante Radioadaption des größten Literaturskandals des ausgehenden 19. Jahrhunderts gestaltet. Bis weit ins 20. Jahrhundert sorgte die radikale antikatholische Satire für Aufruhr in konservativen Kreisen. Und auch heute kann das 1894 entstandene Werk noch schockieren. Begleitet vom Geigenvirtuosen Toni Burger spielt Berger sämtliche Rollen der Radiorevue selbst. Der dritte Platz geht an die Produktion "Neunzig Minuten. Das Attentat in Sarajevo". Hörspielautor Fritz Schindlecker (Regie: Götz Fritsch) widmet sich darin dem Attentat auf den Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und dessen Frau Sophie. Schindlecker rekonstruiert anlässlich des 100-jährigen Gedenkens an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs quasi "in Echtzeit" die dramatischen Ereignisse in Sarajevo am 28. Juni 1914.

Vergabe des "Hörspiel-Kritikerpreises" an FALKNER

Seit 2007 wird im Rahmen der "Ö1 Hörspiel-Gala" auch der "Hörspielpreis der Kritik" vergeben. Literatur- und Kulturkritiker/innen der "Salzburger Nachrichten", der "Presse", der "Kleinen Zeitung" und des "Standard" zeichnen das ihrer Ansicht nach "künstlerisch anspruchsvollste und ansprechendste" Hörspiel des Jahres aus. Die Jury wählte ein Werk von FALKNER mit dem umfangreichen Titel "Manifest 44. Der schwarze Trauerzug, Amsel, Drossel, Fink und Star, der Rabe, der Rabe, der Uhu, der Uhu". Die in Oberösterreich geborene Autorin, die auch Regie geführt hat, entwirft darin das Bild einer totalitären Gesellschaft: Eine stumme, apathische Bevölkerung, ein aufgeblähter Sicherheitsapparat und am Ende fallen tote Vögel vom Himmel. Begleitet von der Musik der Rockformation bulbul zeigt FALKNER die Absurdität totalitärer Systeme.

Petra Morzé "Schauspielerin des Jahres 2014"

Seit 1997 wählt eine Fachjury aus ORF-Hörspielregisseurinnen und -regisseuren gemeinsam mit der Ö1-Hörspiel-Redaktion die Schauspielerin oder den Schauspieler des Jahres. Dieses Jahr ging die Auszeichnung an Burgschauspielerin Petra Morzé. In Klagenfurt geboren, absolvierte Morzé ihre Schauspielausbildung in Graz. Hier spielte sie auch am Schauspielhaus Graz, wechselte dann an das Theater in der Josefstadt und schließlich an das Wiener Burgtheater. Zu sehen ist sie außerdem in diversen Kinofilmen und Fernsehproduktionen. Im Radio war sie zuletzt in Stücken wie "Machen Sie was Sie wollen" von Sabine Schönfeldt, Ursula Scheidles "Letzter Halt Plattform 80" oder in Daniel Kehlmanns "Geister in Princeton" zu hören. Zu den bisher Ausgezeichneten der Fachjury zählen u.a. Rudolf Wessely, Michou Friesz, Martin Schwab, Bibiana Zeller, Peter Simonischek, Peter Matic, Andrea Clausen, Erwin Steinhauer, Chris Pichler, Elisabeth Orth, Cornelius Obonya, Joachim Bißmeier und Markus Hering.

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