VÖB Konjunkturbarometer: Nach turbulentem Jahr 2014 stabile bis negative Aussichten für 2015

Wien (OTS) - Laut aktuellem Konjunkturbarometer des Verbandes Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB) erwartet die Branche für 2015 leicht sinkende Umsätze. Unsicherheiten gibt es vor allem im Gewerbe- und Industriebau. Der allgemeinen Verunsicherung und sinkenden Investitionen muss auf vielen Ebenen entgegengetreten werden. Sichere Rahmenbedingungen, steuerliche Entlastung und sinnvolle Förderungen sind die wesentlichen Anreize für optimistische Investitionsentscheidungen.

Ergebnisse im Detail

2014 war ein herausforderndes und höchst unterschiedliches Jahr für die Unternehmen der Beton-Fertigteil-Branche. Umsatzsteigerungen bei einigen Unternehmen, standen Stagnation, aber auch größere Rückgänge bei anderen Unternehmen gegenüber. Hauptgründe sind laut den Befragten die Wirtschaftssituation, die Auftragslage und die Ausschreibungssituation. Unternehmen mit einem Umsatzplus führen das auf Kundenzugewinne, den Ausbau des Leistungs- und Produktportfolios und neue Geschäftsfelder zurück. "Dieses Ergebnis macht den ungebrochenen Innovationswillen der heimischen Branche deutlich, zeigt aber gleichzeitig, dass die Unternehmen weiterhin mit einem schwierigen Marktumfeld zu kämpfen haben", kommentiert VÖB Präsident DI Dr. Bernd Wolschner die aktuellen Zahlen.

Ausblick auf 2015

Die Unternehmen gehen aufgrund wirtschaftspolitischer Unsicherheit, der weiterhin schwachen Konjunktur und der nahenden, aber ungewissen Steuerreformvorhaben mit stabilen bis negativen Ausblicken in das neue Geschäftsjahr 2015: Die Hälfte der Mitgliedsbetriebe rechnet mit einer "eher zufriedenstellenden" (gleich bleibend oder leicht steigenden) Entwicklung ihres Unternehmens. 43% sehen für 2015 dagegen eine "weniger zufriedenstellende" Entwicklung auf sie zukommen. Diese Ambivalenz schlägt sich auch auf die abgefragten Mitarbeiterzahlen nieder. Während der überwiegende Teil der Befragten mit gleichbleibenden Mitarbeiterzahlen rechnet, gibt ein Drittel an, dass die Zahl ihrer Mitarbeiter sinken wird. Die Einschätzungen über die Entwicklung der gesamten Beton- und Fertigteilbranche sind demgegenüber weitaus negativer: Hierbei gibt die Hälfte der Befragten an, dass sie mit Umsatzrückgängen für die Branche rechnet. Im Vergleich zum Jahr 2014 sehen sogar mehr als die Hälfte (57%) eine "weniger zufriedenstellende" Entwicklung auf die gesamte Branche zukommen.

Fehlende politische Signale zur Entlastung

VÖB Präsident Bernd Wolschner ortet fehlende politische Signale als Ursache: "An Stelle von Einsparungen in der Verwaltung werden vermehrt notwendige Investitionen in die Infrastruktur zurückgefahren oder verzögert. Im Privatbereich sind die Perspektiven im Wohnbau ungewiss und durch die Verunsicherungen über die wirtschaftspolitische Entwicklung stellt sich im Industriebau keine spürbare Erholung ein. Es kommt hier sogar zu rückläufigen Entwicklungen, die sich auch in unserer Konjunkturumfrage widerspiegeln. Wir benötigen ein erfolgreiches Steuerreformpaket mit spürbarer Entlastung, damit ein Investitionsklima geschaffen wird und Wirtschaftswachstum wieder stimuliert werden kann."

Sicherstellung des Förderungswesens

Bereits Ende des letzten Jahres konnte der VÖB mit seinem Engagement die Förderungen im kommunalen Siedlungswasserbau für die weitere Förderperiode sicherstellen. "Anhand dieses Beispiels sieht man die gewaltigen Steuerungsmöglichkeiten der Politik: Durch gezielte öffentliche Investitionen in die Infrastruktur werden Konjunkturimpulse gesetzt und das Klima für weitergehende Investitionen geschaffen. Nur durch ein erfolgreiches Steuerreformprogramm mit spürbarer Entlastung der Unternehmen und Arbeitnehmer wird Wirtschaftswachstum wieder stimuliert, Investitionen getätigt und nachhaltige Beschäftigung geschaffen", zeigt sich Bernd Wolschner für das weitere Geschäftsjahr energisch.

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