Rosa Jochmann-Plakette an Widerstandskämpferin Käthe Sasso verliehen

Auszeichnung für Sassos Verdienste als Zeitzeugin und aktive Antifaschistin

Wien (OTS/SK) - Die Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer/innen, Opfer des Faschismus und aktiver Antifaschist/inn/en haben gestern, Mittwoch, im Rahmen einer Sitzung des Bundesvorstandes an die Widerstandskämpferin Käthe Sasso erstmals die neu geschaffene Rosa Jochmann-Plakette verliehen. Mit der Auszeichnung bedankten sich die Freiheitskämpfer/innen bei Käthe Sasso besonders für ihre Zeitzeugenarbeit, gerade auch mit Jugendlichen, und für die Rettung der Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. In ihrer Dankesrede erzählte Käthe Sasso, wie sie Rosa Jochmann auf Block 3 in Ravensbrück kennengelernt hatte. Dieser Tag, wie sie mit Tränen in den Augen sagte, sei "ein großer Moment - heute ist die Rosa bei mir".
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Bundesvorsitzender Johannes Schwantner strich im Zuge der Verleihung hervor, dass Kameradin Sasso "unsere Rosa" persönlich kannte, ja im Konzentrationslager Ravensbrück kennenlernen musste. Rudi Gelbard, Zeitzeuge, KZ-Überlebender und Vorstandsmitglied, würdigte Käthe Sassos unbeugsame Haltung als Jugendliche ("Ihr könnt mich erschlagen, ich verrate nichts!") und ging mit bewegenden Worten auf die harte Zeit Sassos im Wiener Landesgericht, in der Zelle mit den zum Tod verurteilten Kameradinnen wie Anni Gräf und Therese Klostermann, ein. Dank tatkräftigem Einsatz des ehemaligen oberösterreichischen Freiheitskämpfer/innen-Landesvorsitzenden Peter Weidner wurde das Leben und die Erfahrungen Käthes in CD- und DVD-Form der Nachwelt erhalten.

Käthe Sasso ist eine der letzten Überlebenden des österreichischen Widerstands gegen die Nazis. Sie hat Jahre in Gestapo-Gefängnissen in Wien verbracht, entging nur wegen ihrer Jugend der Hinrichtung durch das Fallbeil und wurde 1944 in das KZ Ravensbrück deportiert. Regisseur Kurt Brazda und Kameramann Benjamin Epp richten im Dokumentarfilm "Erschlagt mich, ich verrate nichts" den Fokus auf Sassos Aktivität und Haft in den Jahren 1938 bis 1944 und begleiten die ehemalige Widerstandskämpferin, wie sie ihren Begegnungen und Erlebnissen auf den Originalschauplätzen, dem berüchtigten Polizeigefangenenhaus an der Rossauer Lände oder dem Landesgericht etwa, nachspürt. Käthe Sasso erinnert dabei vor allem auch an jene, die im Kampf für die Menschlichkeit hingerichtet wurden und von denen viele bereits dem Vergessen anheimgefallen sind. Mit der Errichtung der am Areal der Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof wurde Widerstandskämpfer/innen an jener Stelle, an der sie hingerichtet wurden, ein Denkmal gesetzt. Sasso hat sich maßgeblich für die Erhaltung und Würdigung der Gräber der Gruppe 40 eingesetzt. (Schluss) mo/up

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