Rossmann/Schwentner: SPÖ- und ÖVP-Lohnsteuermodelle benachteiligen Frauen

Debatte um frühere Anhebung des Frauenpensionsalters unredlich und kurzsichtig

Wien (OTS) - "Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass von einer Senkung der Lohn- und Einkommensteuer Frauen und Männer gleich stark profitieren. Dies ist bei den bisher vorgestellten Tarifen nur beim grünen Modell der Fall. Frauen und Männer profitieren um jeweils zwei Mrd. Euro. Beim SPÖ-Tarif werden Männer um vier Mrd. Euro entlastet und Frauen nur um zwei Mrd. Euro, da die oberen Einkommen bei diesem Tarif viel zu stark entlastetet werden. Das ist völlig inakzeptabel. Frauen dürfen bei der geplanten Steuerreform nicht durch die Finger schauen", sagt Bruno Rossmann, Budgetsprecher der Grünen.

"Der Versuch, auf Kosten von Frauen Politik zu machen, disqualifiziert die ÖVP", meint auch Judith Schwentner, Sozialsprecherin der Grünen. "Eine Lohnsteuersenkung mit einem früheren Anstieg des Frauenpensionsalters zu junktimieren, ist unredlich und kurzsichtig. Unredlich, weil Männer ohnehin um mehr als ein Drittel stärker als Frauen von Steuermittel im Pensionssystem profitieren, und kurzsichtig, weil eine frühere Anhebung angesichts der niedrigen Beitragszeiten der vor der Pensionierung stehenden Frauen und der hohen Arbeitslosigkeit weder kurz noch langfristig Geld spart, sondern das Bundesbudget zusätzlich belastet. Politik mit Niveau sieht anders aus."

Wer wolle, dass Frauen länger erwerbstätig sind, so Schwentner weiter, müsse "einerseits Jobs schaffen und andererseits diskriminierende Bestimmungen zur Zwangspensionierung von Frauen in Gesetzen, Betriebsvereinbarungen, Dienstordnungen und Kollektivverträgen abschaffen. Dann nämlich würden Frauen, die derzeit schon länger arbeiten wollen, auch wirklich länger arbeiten können."

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