Gleitsmann zu Beschäftigung Älterer: Wirtschaft entlasten, nicht bestrafen

Unternehmen beschäftigen heute 46.000 mehr Ältere als vor einem Jahr - "Frühpensionitis" und schwache Konjunktur problematisch

Wien (OTS/PWK135) - "Obwohl die Wirtschaft erstmals in der Nachkriegszeit schon das vierte Jahr hindurch stagniert, schaffen unsere Betriebe stetig mehr Arbeitsplätze. Die Fakten zeigen klar, wo das Problem liegt: nämlich bei der schwachen Konjunktur und der so genannten "Frühpensionitis" - nicht aber bei den Unternehmen. Quoten und Strafen für Unternehmen gehen also am Problem völlig vorbei und kommen daher nicht in Frage", kommentiert Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung für Sozialpolitik in der Wirtschaftskammer Österreich, immer wiederkehrende Forderungen nach Malus-Zahlungen für Betriebe.

Laut AMS beschäftigen die Unternehmen heute rund 46.000 mehr Menschen ab 50 Jahre als vor einem Jahr und tragen so dazu bei, dass Österreich mit Deutschland die geringste Arbeitslosigkeit im europäischen Vergleich verzeichnet. Die Arbeitslosenrate für Personen ab 50 Jahre liegt seit vielen Jahren knapp 0,8% über dem allgemeinen Wert. Ein Großteil der Menschen, darunter praktisch alle Beamten, geht aus einem Job heraus in Pension und nicht aus der Arbeitslosigkeit. Jüngst hat der Rechnungshof festgestellt, dass auch im Sozialministerium praktisch niemand zum Regelpensionsalter in Pension geht.

"Ein aktueller Vergleich zeigt, dass die Betriebe in Österreich inzwischen stärker durch Lohn- und Lohnnebenkosten belastet werden als in Deutschland, unserem wichtigsten Handelspartner, aber auch Konkurrenten. Auch vor diesem Hintergrund ergibt sich ein klarer Handlungsbedarf: Österreich muss endlich die Pensionsschritte setzen, die alle anderen Staaten auch setzen. Wir brauchen konkret und rasch eine weitere Senkung der Lohnnebenkosten, um Beschäftigungsanreize zu schaffen. Die öffentliche Hand sollte beim Pensionsalter und der Beschäftigung Älterer vor der eigenen Tür kehren statt weitere Strafen für die Wirtschaft vorzusehen", betont Gleitsmann. (PM)

Rückfragen & Kontakt:

Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
Mag. Dr. Rolf Gleißner
Telefon: +43 5 90 900 4288
rolf.gleissner@wko.at
Internet: http://wko.at/sp

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0008