GPA-djp-Fetik: Unsere Pensionsreform greift besser als jeder Automatismus

Vom Bonus-Malus-System würden vor allem Frauen profitieren

Wien (OTS) - "Schweden ist wie auch andere skandinavische Länder ohne Zweifel Vorbild in sozialrechtlichen Belangen, aber der Vergleich der Pensionssysteme hinkt: Österreich schneidet im Vergleich mit dem schwedischen Modell keinesfalls schlecht ab", kommentiert Ilse Fetik, Frauenvorsitzende in der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier) einen aktuellen OECD-Bericht.

In Österreich werden nicht pensionsbezogene Leistungen wie die Krankenversicherung für Pensionisten, der Bundesbeitrag für Teilversicherte, Partnerleistungen für Bauern und Selbständige sowie die Finanzierung der Gesundheitsvorsorge und Rehabilitation über die Pensionsversicherungsanstalt verrechnet, so Fetik: "Dazu kommt, dass in Schweden die meisten Beschäftigten neben der gesetzlichen Rente tarifvertraglich geregelte Betriebspensionen bekommen. Wegen des niedrigen Leistungsniveaus wird das schwedische Pensionskontosystem außerdem durch nahezu flächendeckende kollektivvertraglich geregelte zusätzliche Betriebspensionssysteme ergänzt. Diese müssen eine hohe Pensionslücke auffüllen und sind daher auch durch entsprechende hohe Beiträge zu dotieren. Im Durchschnitt machen die Beiträge für die gesetzliche und die betriebliche Pension in Schweden 28 Prozent der Lohnsumme aus. In Österreich werden der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeitrag von insgesamt 22,8 Prozent durch Steuerschüsse ergänzt, die Belastung der Arbeitskosten fällt damit geringer aus. Selbst unter Berücksichtigung des Bundeszuschusses im ASVG ist unser leistungsdefiniertes System daher nicht teuer."

Der Pensionsautomatismus in Schweden habe übrigens zu kontraproduktiven Effekten wie Pensionskürzungen in der Krise geführt, weshalb seit 2009 bereits fünf Mal in den Automatismus eingegriffen wurde. Dabei wurden die Steuern für PensionstInnen gesenkt, um die Kürzungen auszugleichen. "Das führt zu jährlichen Steuer-Ausfällen von rund 2,2 Milliarden Euro - eine Situation, die wir in Österreich ganz sicher nicht brauchen", so Fetik weiter. Schweden zahle also zur Vermeidung von Altersarmut jährlich 2,2 Milliarden Euro, wobei Kosten für Invalidität, Rehabilitation, Ausgleichszuglagen, Witwenpensionen und mehr noch nicht inkludiert seien.

"Vergleiche sind nur dann zulässig, wenn alle Indikatoren berücksichtigt werden", fasst Fetik abschließend zusammen: "Das schwedische System ist weder billiger noch besser. Unser Umlagesystem mit dem Pensionskonto ist transparent und sicher, es muss den Vergleich keinesfalls scheuen, unsere Pensionsreform greift besser als jeder Automatismus! Anstatt wieder eine neue Diskussion über ein früheres Antrittsalter für Frauen zu führen, sollte vielmehr über die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit von älteren ArbeitnehmerInnen diskutiert werden. Ein Drittel aller Frauen geht aus der Arbeitslosigkeit in die Pension - von der Einführung des Bonus-Malus-Systems für ältere ArbeitnehmerInnen würde unser Pensionssystem profitieren!"

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