Handelsobfrau Lorentschitsch: "Unterschiedliche Preise sind Teil der Marktwirtschaft"

Zum Teil höhere Preise im Handel in Österreich durch unfaire Rahmenbedingungen

Wien (OTS/PWK134) - "Wenn manche Produkte in Österreich teurer
sind als etwa in Deutschland, dann liegt das nicht an einem Körberlgeld, das sich der Handel machen würde, sondern an höheren Kosten, mit denen österreichische Händler konfrontiert sind", so Bettina Lorentschitsch, Obfrau der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Ja, es gibt Waren, darunter auch Lebensmittel, die in Wien teurer sind als in Berlin: Andernfalls würde das ja bedeuten, dass ein europäischer Einheitspreis existiert - und das kann ja niemand wollen. Vielmehr sind unterschiedliche Preise Teil und logische Folge der Marktwirtschaft." Dazu kommt, dass die AK in ihrer Untersuchung einmal mehr Aktionen im Lebensmittelhandel unberücksichtigt lässt. Das wiegt umso schwerer, als im Lebensmittelhandel in Österreich der Aktionsanteil bei über 30% liegt.

"Es spricht für den österreichischen Handel, dass es trotz der wesentlich höheren Belastungen viele Produkte gibt, die in Österreich gleich viel kosten wie in Deutschland, und dass es sogar manche Waren gibt, die bei uns - wie auch die Arbeiterkammer immer wieder zugegeben hat - billiger sind," sagt Lorentschitsch. "Nur ist diese Botschaft weniger spektakulär, weshalb davon in der Öffentlichkeit so gut wie nie die Rede ist. Auch sollte endlich damit aufgehört werden, die Preise immer nur mit Deutschland zu vergleichen. Dass die Schweizerinnen und Schweizer etwa nach Österreich strömen, um bei uns billiger einzukaufen, ist eine Tatsache, die kaum den Weg in eine Schlagzeile findet."

Zu Wortmeldungen aus der Politik zu diesem Thema hält Lorentschitsch fest: "Auch Politiker können wissen, dass Rahmenbedingungen nicht nur aus der Umsatzsteuer bestehen. Der Vergleich mit Deutschland zeigt nämlich auch in den meisten anderen Bereichen exorbitante Nachteile für die österreichischen Betriebe." Als Beispiele führt Lorentschitsch höhere Steuern - bei weitem nicht nur die Umsatzsteuer-Differenz von 3%-Punkten für Lebensmittel -, höhere Sozialversicherungsabgaben - ganze 9 Prozentpunkte mehr -, höhere Belastungen, die aus dem Umweltrecht resultieren (vor allem auch ein wesentlich strengerer Vollzug in Österreich), strengere Lebensmittelkontrollen, höhere Verkaufsflächendichte, eine andere Topografie (höhere Transportkosten) und nicht zuletzt höhere Einkaufspreise an. Keine dieser Ursachen ist für sich alleine ausreichend, um die Preisunterschiede, die teilweise bestehen, zu erklären. In ihrer Gesamtheit hingegen wiegen all diese Unterschiede schwer. (JR)

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