Nationalrat - Schieder: Müssen Jobs für ältere ArbeitnehmerInnen schaffen und erhalten

Faktisches Antrittsalter soll bis 2018 auf 60,1 Jahre steigen

Wien (OTS/SK) - "Die Bundesregierung verfolgt in der Beschäftigungspolitik zwei Ziele: Zum einen soll das faktische Pensionsalter, zum anderen soll die Beschäftigungsquote älterer ArbeitnehmerInnen steigen", fasst SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder im Rahmen der Aktuellen Stunde im Nationalrat zum Thema "Beschäftigung 50+" zusammen. Bis 2018 soll das faktische Antrittsalter von 58,4 auf 60,1 Jahre steigen. Schieder stellt ergänzend klar: "Wenn wir über Pensionen sprechen, kann es nicht nur um das Antrittsalter gehen, sondern wir müssen auch über die Beschäftigungsquote nachdenken. Denn mit ihr gestalten wir finanzielle Ausgewogenheit im Pensionssystem und wirtschaftliche Fairness. Nur mit einer Hebung des Antrittsalters stehen noch nicht passende Jobs für ältere ArbeitnehmerInnen zur Verfügung, sondern diese müssen geschaffen und erhalten werden." Bei den Männern soll die Quote von Arbeitnehmern der Gruppe von 55-59 Jahren von 68,1 auf 74,6 Prozent, bei den Frauen soll der Anteil in derselben Altersgruppe auf 62,9 Prozent steigen. ****

"Viele Männer und Frauen wollen, auch wenn sie älter sind, in ihren Berufen bleiben. Gerade für diese Altersgruppe ist dabei die Gesundheit ein wichtiger Faktor. Wir wollen ja auch gesunde ArbeitnehmerInnen", argumentiert Schieder. Arbeit sei ein identitätsstiftendes Merkmal des gesellschaftlichen Lebens und stärke soziale Kontakte. Darüber hinaus bringen ArbeitnehmerInnen 50+ viel Know How und Erfahrung mit, die Betriebe nützen können. Schieder wünscht sich daher von ArbeitgeberInnen, dass diese die entsprechenden Jobs bereitstellen, um ArbeitnehmerInnen länger in Beschäftigung zu halten.

Erfreulich ist, dass 2015 bei den über 50-Jährigen 30.000 Personen eine Beschäftigungsförderung bekommen, das sind 5.700 mehr als im Vorjahr. "Die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen von Sozialminister Hundstorfer zeigen Wirkung."

Das Schaffen und Erhalten von Arbeitsplätzen in Zeiten einer schwierigen Konjunktur sei nicht leicht, allerdings notwendig. Vor allem ältere Menschen sind überproportional von Arbeitslosigkeit betroffen, die über 60-Jährigen doppelt so häufig wie der Durchschnitt.

"Wir müssen die budgetären Mittel zur Verfügung stellen, um an den äußeren Rändern des Arbeitsmarktes, also bei den Jungen und bei den Älteren, Arbeitsplätze zu schaffen", so Schieder. Dabei variieren die Möglichkeiten je nach Branche. So ist die Gesundheit von ArbeitnehmerInnen im Gastgewerbe oder auch im Sozial- und Gesundheitswesen mit zunehmendem Alter häufig in Mitleidenschaft gezogen. Auch das müsse berücksichtigt werden.

In seiner Rede griff Schieder auch die Diskussion um das Frauenpensionsalter auf: "Die spätere Angleichung des Antrittsalters hat einen gesellschaftlichen Grund. Denn Frauen sind im Berufs- und Arbeitsleben nicht gleichgestellt, bekommen nicht gleichen Lohn für gleiche Arbeit und tragen die Hauptlast der Familien- und Pflegearbeit. Ich lehne es daher entschieden ab, dass die Anhebung des Frauenpensionsalters immer wieder als Sparmaßnahme hervorgeholt wird."

Abschließend hält Schieder fest: "Schlussendlich geht es nicht bloß um Zahlen, um einzelne Monate, sondern es geht um Menschen. Hinter jeder Zahl stehen individuelle Schicksale. In der politischen Diskussion vergisst man das oft. Menschen wollen nicht aufgrund von Statistiken verurteilt werden, sie wollen arbeiten, doch bekommen oft keine Jobs. Deshalb bin ich froh, dass die ArbeitnehmerInnen und Arbeitsuchenden in Österreich bei Sozialminister Hundstorfer in guten Händen sind", hält Schieder fest. (Schluss) up/kg/mp

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