Internationaler Frauentag: Samariterbund stärkt Frauen in ihren Rechten

Im Vorfeld des Internationalen Frauentages lädt der Samariterbund am 2. März zu einem Vortrag zum Thema Frauenrechte und Frauengesundheit

Wien (OTS) - Am 2. März, wenige Tage vor dem Internationalen Frauentag, lädt der Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs zu einem internationalen Vortrag und einer Podiumsdiskussion zum Thema "Frauenrechte und Traditionelle Praktiken" in die VHS Josefstadt. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Themenmonats "Frauenrechte sowie Moderne Sklaverei und Menschenhandel" im Rahmen der VHS Menschenrechtsreihe der Wiener Volkshochschulen statt. Bei der Veranstaltung am 2. März thematisieren internationale Referentinnen am Beispiel Kenias das Spannungsfeld zwischen geltenden Gesetzen und traditionellen Praktiken.

"Ich habe mich selbst schon öfters gefragt, warum wir Beschneidung an Mädchen praktizieren. Denn alle meine drei Töchter litten aufgrund dieser Praxis an starken Schmerzen und hatten bei der Geburt ihrer Kinder große Komplikationen", erzählt Shanu, eine Vertreterin einer Frauengruppe, bei einer der Veranstaltungen mit mehr als 200 Personen im Norden Kenias. Dort hat der Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs seit Herbst 2013 ein neues Projekt ins Leben gerufen, das die weibliche Genitalverstümmelung (FGM) in diesem Raum erstmals öffentlich zur Sprache bringt und ein Überdenken dieser gesundheitsgefährdenden Tradition ermöglicht.

Im Norden Kenias sind Kinderheirat und weibliche Genitalverstümmelung (FGM) weit verbreitet. Die Beschneidung der Mädchen hat nicht nur massive physische sondern auch starke psychische Verletzungen zur Folge. Im Rahmen eines von der Stadt Wien finanzierten Projekts in Nordkenia engagiert sich nun der Samariterbund für die Stärkung von Frauen und arbeitet dabei eng mit dem lokalen Partner KNEF zusammen.

Weibliche Genitalverstümmelung ist eine brutale Menschenrechtsverletzung an Frauen und nach wie vor eine globale Herausforderung. Weltweit sind Schätzungen zufolge über 140 Millionen Frauen davon betroffen und jährlich sind rund drei Millionen weitere Frauen gefährdet, das gleiche Schicksal zu erleiden.

"In unserem Projekt geht es darum, Bewusstsein für die Folgen und Risiken von weiblicher Genitalverstümmelung zu schaffen und Alternativen aufzuzeigen. In der Volksgruppe der Gabra ist die Beschneidung ein weit verbreiteter Brauch, der für die Frauen mit großen gesundheitlichen Problemen verbunden ist. Vor Ort führen wir gemeinsam mit lokalen Autoritäten einen Änderungsprozess herbei. Das funktioniert nur durch Aufklärung und stetige Gespräche. Denn Beschneidung von Frauen ist in Kenia bereits gesetzlich verboten. Seit Projektbeginnt konnten wir mehr als 1.000 Frauen und Männer erreichen. Langfristig ist geplant, FGM durch ein alternatives Initiationsritual zu ersetzen", erklärt Mag. Angelika Maier, Projektleiterin beim Samariterbund.

"Dass und in welchem Ausmaß FGM in afrikanischen Ländern praktiziert wird, ist relativ gut belegt. Es gibt aber kaum Daten zu Asien, wo FGM in manchen Gebieten auch vollzogen wird und durch Migration ist FGM auch in der EU Thema. Deswegen sind wir auch gefordert, uns national ebenso wie international für Aufklärung, Prävention und adäquate Betreuung der Opfer einzusetzen," ist Petra Bayr SP-Bereichsprecherin für globale Entwicklung und Gründerin der Plattform stopFGM überzeugt.

Einladung zur Samariterbund-Veranstaltung Frauenrechte und
Traditionelle Praktiken


Der Samariterbund lädt zu einem internationalen Vortrag mit
Podiumsdiskussion über Frauenrechte und Frauengesundheit. Am
Beispiel Kenias wird das Spannungsfeld zwischen geltenden Gesetzen
und traditionellen Praktiken thematisiert.

Eröffnung durch BV Veronika Mickel-Göttfert, Bezirksvorsteherin
Josefstadt und LAbg. GR Nicole Berger-Krotsch

VORTRÄGE
"Menschenrechtsverletzung: Genitalverstümmelung" von Abg. z. NR
Petra Bayr / Plattform stopFGM

"Child Marriage and Female Genital Mutilation (FGM) in Northern
Kenya: How a project can make a difference", Frau Gumato Ukur
Yatani, Leiterin des Samariterbund-Partners "KNEF" in Nordkenia

Podiumsdiskussion mit den Referentinnen und Angelika Maier,
Samariterbund

Moderation: Livia Klingl, Buchautorin und Journalistin

Eintritt frei
Anmeldung erbeten: menschenrechte@vhs.at

Datum: 2.3.2015, um 18:30 Uhr

Ort:
VHS Josefstadt Festsaal
Schmidgasse 18, 1080 Wien

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs
Mag. Susanne Kritzer
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01 89 145-310, 0664 846 10 08
susanne.kritzer@samariterbund.net
www.samariterbund.net

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