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Christian Ragger: Kleine Spitäler sind jetzt akut gefährdet

Notstand für Patienten in Wolfsberg - lange Wartezeiten im LKH und bei den (zu wenigen) niedergelassenen Ärzten

Klagenfurt (OTS) - "Jetzt bewahrheitet sich das, wovor die Kärntner Freiheitlichen bereits gewarnt haben. LH Peter Kaiser und LhStv Prettner sind in Wahrheit an gar keiner Einigung im Gehaltsstreit mit den Spitalsärzten interessiert. Denn der damit verbundene Engpass an ärztlichen Ressourcen dient wie gerufen als Alibi für das Runterfahren von Kärntner Spitälern", kritisiert LR Mag. Christian Ragger. Wenn LH Kaiser offiziell bereits von einer notwendigen "Konzentration" der (ärztlichen) Kapazitäten spreche, müssen jetzt alle kleinen Kärntner Spitäler bangen.
Ragger sieht u.a. das LKH Wolfsberg akut gefährdet. Hier mussten bereits Dutzende Operationen verschoben werden, vor allem weil die wenigen Narkosefachärzte (Anästhesisten) mit der reduzierten Arbeitszeit nicht mehr die bisherige Quote an Eingriffen fachlich absichern und begleiten können. Es müssen OP-freie Tage eingeschoben werden. Bisher wurden im LKH Wolfsberg auf der Chirurgie pro Jahr über 3.000 Patienten behandelt. Diese Zahl ist mit den reduzierten Arbeitszeiten nicht mehr haltbar.
"So beginnt ein Auswandern von Patienten und am Ende droht eine Amputation der chirurgischen Abteilung. Auch auf der internen Abteilung des LKH Wolfsberg gibt es Engpässe, vor allem bei den Ambulanzen.
Es sei auch nicht möglich, dass die Patienten in Wolfsberg auf den ambulanten Bereich ausweichen. "Mit der Krise im LKH Wolfsberg treten auch die Mängel bei den niedergelassenen Ärzten brutal zutage", stellt Ragger fest. .
Der österreichweite Schnitt Einwohner pro Kassenarzt beträgt laut Österreichischer Ärztekammer seit 2010 1.098 Einwohner je Kassenarzt. Im Bezirk Wolfsberg betrage der Schlüssel 1: 1.215 -Wolfsberg liege somit fast 10 Prozent unter dem bundesweiten Schnitt.

"Dramatisch ist dies in einzelnen Fächern. Im ganzen Bezirk gibt es nur einen Urologen - bei 53.000 Einwohnern sollte der Bezirk mindestsens drei haben! Es gibt auch nur 2 Kassengynäkologen im Bezirk. Ganz schlimm sieht es auch für die Kinder aus - nur zwei Fachärzte für Kinderheilkunde im ganzen Tal - das ist eine Katastrophe. Kein einziger Facharzt für Kinderpsychiatrie", listet Ragger auf. Gesundheitsreferentin Prettner ignoriere diese Mangelzustände. "Die Gesundheitsreform mit der neuen Zielsteuerungskommission, in der Land und Krankenkasse solche Versorgungsdefizite beheben sollten, ist in Kärnten total gescheitert", erklärt Ragger.
Er befürchtet auch einen Notstand bei den Hausärzten in den nächsten Jahren. Jetzt gebe es im Bezirk Wolfsberg 44 Kassen-Allgemeinmediziner - einer muss 2.139 Bewohner versorgen-womit der Bezirk bundesweit zu den am schlechtesten versorgten gehört.
1: 2.000 wäre der Richtwert. Doch zumindest 10 Praktiker im Tal werden in den nächsten Jahren in Pension gehen. Und niemand weiß angesichts des Ärztemangels in den Spitälern, wie man Nachfolger für sie finden wird. Auch in anderen Kärntner Bezirken ticke diese "Zeitbombe", so Ragger, der die Ausshcreibung von mindestens 20 zusätzlichen Kassenärzten in Kärnten fordert.

(Schluss)

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