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GLOBAL 2000 Petition an BM Andrä Rupprechter: Internationales Recht muss für AKW Dukovany angewendet werden

Umweltverträglichkeitsprüfung nach ESPOO-Konvention der Vereinten Nationen zwingend vorgeschrieben

Wien (OTS) - am 20.2.2015: 35.000 BürgerInnen haben die GLOBAL 2000-Petition zu Dukovany unterschrieben, davon konnte allein die Energie- und Umweltagentur NÖ 2.700 Mitglieder Menschen mobilisieren - alle gemeinsam fordern internationales Recht für das Atomkraftwerk Dukovany, das nur 30 km von Niederösterreichs Weinviertler Grenze entfernt liegt.

"Dukovany ist eines der gefährlichsten Atomkraftwerke Europas - nicht nur haben die 30 Jahre alten Reaktoren aus sowjetischer Zeit keine Sicherheitsbehälter (Containment), sie benötigen auch pro Stunde ca. 83.000 Liter Wasser zur Kühlung", so Leonore Gewesser, Geschäftsführerin der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000. "Die einzige Wasserquelle, die hierfür zur Verfügung steht, ist der kleine Fluss Jihlava, der bei Vermurungen, Erdrutschen oder infolge von Erdbeben als Quelle ausfallen könnte." Durch die Über-Düngung der umliegenden Felder ist der Fluss Jihlava außerdem voller Algen, die immer wieder von den Sieben an den Wasser-Einsaugstutzen entfernt werden müssen - beim Verstopfen droht ein Super-Gau. Zuletzt machte das Kraftwerk im November 2014 Schlagzeilen, als bei Bauarbeiten für die neuen Kühltürme des AKW eine Haupt-Kühlleitung beschädigt und die Reaktoren 3 und 4 aus dem Volllast-Betrieb heruntergefahren werden mussten.

Umweltverträglichkeitsprüfung schlägt AKW

Die Anti-Atom-Beauftragten der Bundesländer Peter Allen (Niederösterreich), Dalibor Strasky (Oberösterreich) und David Reinberger (Wien) haben die Forderung von GLOBAL 2000 nach Einhaltung des internationalen Rechts von Anfang an unterstützt: Nur durch eine richtlinien-konforme, harte Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) von Reaktor 1 kann ein ungeprüfter Weiterbetrieb verhindert werden. Die Entscheidung der ESPOO-Konvention der Vereinten Nationen vom Juni 2014 schreibt eine solche UVP für die Laufzeitverlängerung (Plant Lifetime Extension, PLEX) eindeutig vor.

Eine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) muss dann die Ergebnisse der europaweiten Stresstests der AKWs reflektieren und dazu den aktuellen Sicherheitsstandard als Grundlage nehmen. Ebenfalls müssen zusätzliche Materialtests zum Zustand der Komponenten nach modernsten Methoden verlangt werden. "Wie AKW im Ausland bereits erfahren haben, sind die Nachrüstkosten zum Weiterbetrieb alternder Anlagen oft so hoch, dass der erzeugte Strom in den nachgerüsteten Anlagen nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Eine UVP sieht deshalb auch die Alternativen-Ausarbeitung vor, denn ein AKW kann auch durch andere Möglichkeiten der Stromerzeugung und -einsparung substituiert werden: Sonne, Wind und Energieeffizienz haben in Tschechien noch große Potenziale", so Gewessler.

Gemeinsam mit der GLOBAL 2000-Geschäftsführerin übergaben daher die Vertreter der Bundesländer die 35.000 Unterschriften in Form eines kleinen Atommüll-Fasses an Andrä Rupprechter als zuständigen Bundesminister.

Fotos der Übergabe:
Bilder sind ab etwa 11.30 Uhr unter
https://www.flickr.com/photos/global2000 downloadbar (Credit:
Katharina Schiffl / GLOBAL 2000).

GLOBAL 2000 Hintergrundpapier zum AKW Dukovany:
https://www.global2000.at/sites/global/files/Hintergrundpapier%20AKW%
20Dukovany.pdf

Rückfragen & Kontakt:

Reinhard Uhrig, GLOBAL 2000 Atomsprecher, 0699 142 000 18 bzw. reinhard.uhrig@global2000.at
Karin Nakhai, GLOBAL 2000 Pressesprecherin, 0699 142 000 20 bzw. karin.nakhai@global2000.at

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