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uniko: Ärztegehälter reduzieren Mindestforderung für Universitätsbudget

Schmidinger hält "Effizienzsteigerung" unter diesen Voraussetzungen für unrealistisch

Wien (OTS) - "Mit großer Sorge" verfolgt der Präsident der Universitätenkonferenz (uniko), Rektor Heinrich Schmidinger, die derzeitigen Diskussionen um die Anpassung der Gehälter von Ärztinnen und Ärzten an den drei Universitätskliniken in Wien, Graz und Innsbruck. Die daraus resultierenden Kosten sollen aus den 615 Millionen Euro finanziert werden, die Ende 2014 allen österreichischen Universitäten für die Leistungsvereinbarungsperiode 2016 bis 2018 zusätzlich zur Verfügung gestellt wurden. "Wenn von den zugesagten 615 Millionen ein möglicherweise dreistelliger Millionenbetrag wegkommen sollte, können den 21 öffentlichen Universitäten nicht einmal die üblichen Kostensteigerungen abgegolten werden. Damit würde auch unsere Mindestforderung zum Universitätsbudget reduziert", erklärt Schmidinger. "Die Folge könnte nur sein, dass die Universitäten von 2016 bis 2018 ein Reduktionsprogramm fahren müssen."

Schmidinger erinnert daran, dass die 615 Millionen die Minimalforderung darstellen, die seitens der uniko im Einklang mit dem Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft für die Finanzierung der nächsten Budgetperiode erhoben wurde. "Mit diesem Betrag kann die Fortsetzung des laufenden Betriebs - auf drei Jahre, für 21 öffentliche Unis - sichergestellt werden, nicht mehr und nicht weniger", betont der uniko-Präsident. Er verweist darauf, dass die ursprüngliche Forderung der uniko einen zusätzlichen Betrag von 1,6 Milliarden Euro für die Jahre 2016 bis 2018 auswies - eine Summe, die aufgrund der dramatischen Budgetsituation des Bundes und der mittlerweile erfolgten Verschiebung der Studienplatzfinanzierung auf 2019 markant reduziert wurde.

"Angesichts dessen halte ich die von jeder Universität erwartete Effizienzsteigerung, das heißt eine Uni-interne Umschichtung von Geldmitteln wiederum in Millionenhöhe für unrealistisch", hält Schmidinger fest. "Ich weiß bei bestem Willen nicht, wie dies gehen soll - auf der einen Seite zu reduzieren, um ausgeglichen bilanzieren zu können, auf der anderen Seite die Effizienz zu steigern, wo man gleichzeitig gesetzliche Verpflichtungen zu erfüllen hat, die wiederum zu finanzieren sind." Für zusätzliche oder neue Projekte sei unter diesen Rahmenbedingungen kaum Platz.

Es sei zudem nicht nachvollziehbar, warum ausgerechnet aus dem Universitätsbudget, das wesentlich für Forschung und Lehre bzw. für deren Betrieb an den Universitäten einzusetzen ist, Ärztegehälter für die Patientenversorgung zu zahlen sind. "Dies wäre naturgemäß Sache des Gesundheitsressorts", stellt Schmidinger fest, der die sich abzeichnende Entwicklung für "fatal" hält. "Es ist nicht auszuschließen, dass sowohl die anerkennenswerten Investitionen, die während der vergangenen Jahre erfolgt sind, als auch die daraus resultierenden Leistungen, die durch die Universitäten in hohem Maße erbracht wurden, in einem Nullsummenspiel münden, möglicherweise einzuschränken sind."

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Manfred Kadi
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