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SOS-Kinderdorf im Kosovo: „Die Menschen brauchen ein ordentliches Zuhause!“

Die Menschen im Kosovo brauchen keine Abschreckungskampagnen, sondern Zeit und Hilfe, um ihr Leben nachhaltig zu verändern. SOS-Kinderdorf unterstützt Familien vor Ort.

Wien (OTS) - Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) will den Ansturm von Asylwerbern aus dem Kosovo nach Österreich bremsen - mit einer Abschreckungskampagne und Massenabschiebungen. Laut Nita Luzha, Koordinatorin von SOS-Kinderdorf im Kosovo, brauchen die Menschen im Kosovo vor allem eines: Ein ordentliches Zuhause. "Viele Auswanderer würden hier bleiben, wenn sie im eigenen Land ein stabiles Heim hätten", sagt sie.

SOS-Kinderdorf ist seit 1999 vor Ort. Aktuell unterstützt die weltweit tätige Organisation 115 Familien im Kosovo dabei, Zusammenhalt zu finden und ihr Leben nachhaltig zu ändern. Fast jede zweite dieser Familien lebt in prekären Wohnverhältnissen, viele als Hausbesetzer. "Wir haben schon einigen Familien zu einem Zuhause verholfen, indem wir networken, uns an Privatpersonen und Firmen wenden", sagt Luzha.

"Wir müssten sonst hungern"

"Wäre SOS-Kinderdorf nicht gewesen, müssten wir hungern", sagt Sali Gashi, Vater von fünf Kindern und erzählt, dass er früher in Mülltonnen nach Essen für seine Familie gesucht hat. "Nur SOS-Kinderdorf hilft uns".
Sali, seine Frau Zeyneb und die fünf gemeinsamen Kinder leben in einem halbfertigen Haus eines Bekannten in Fushë Kosovë, einer Stadt nahe Pristina. Niemand in Salis Familie hat einen Job. Sali und sein Sohn verdienen 3 bis 4 Euro pro Tag durch den Verkauf von recycelten Dosen.

Arbeitslosenrate liegt bei 45 Prozent

Das Haupt- und oft auch einzige Nahrungsmittel der Familie ist Brot. Um einen der Räume zu heizen verbrennen sie Müll. Die achtjährige Arife, die Jüngste der Gashi Familie ist die Einzige, die zur Schule geht. Die anderen Kinder verließen die Schule vor zwei Jahren. Über ein SOS-Programm konnte Salis Sohn einen Kurs zum Schweißer machen. Jetzt ist er beim Arbeitsamt gemeldet und wartet auf einen Job. "Wir sind verhalten optimistisch", meint Luzha. Denn die Arbeitslosenrate liegt bei 45 Prozent.

"Wenn wir gemeinsam versuchen Schritt für Schritt die Probleme der Familie zu lösen, wird Sali merken, dass der beste Platz für seine Kinder ihr Heimatland ist", sagt Nita Luzha. Denn Familie Gashi will auch weg - ihr fehlt aber das Geld für die Busfahrt ins Ausland. "Ich weiß, wir können ihr Leben verändern", sagt Luzha, "wir brauchen aber Zeit und Hilfe."

Spendeninfo: www.sos-kinderdorf.at

Rückfragen & Kontakt:

Martina Stemmer
SOS-Kinderdorf, Pressesprecherin

Tel. 0043 699 111 532 46
Martina.Stemmer@sos-kinderdorf.at

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