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Das kleine 1x23 der Wiener Bezirke: Floridsdorf

Teil elf der inwien.at-Serie über Bezirksstatistiken

Wien (OTS) - Aufgrund seiner Größe, im nüchternen Bezirksvergleich in fast jedem Bereich eine Stockerlplatzierung - meist auf dem zweiten Platz: Da stellt sich die Frage, wo hinkt der 21. Bezirk hinterher? In den Statistiken der MA 23 gibt es darauf lediglich eine Antwort. Und selbst da belegt Floridsdorf vor Währing nur den vorletzten Platz: 2013 hatte der Bezirk 49.581 Übernachtungen zu verzeichnen. Das sind nur 0,4 Prozent aller Gästenächtigungen in Wien. Ansonsten ist Floridsdorf an der Spitze.

Käfige, Verteidigungsanlagen und Trauerschnurrbaum

Mit 4.444,3 Hektar Bezirksfläche ist der 21. der zweitgrößte Bezirk der Bundeshauptstadt. Er besteht zu 41 Prozent aus Grünflächen und zu ebenso großem Anteil aus Bauland. 1.832,7 Hektar Bauland bedeuten wienweit Platz 2. Davon nehmen 1.203,8 Hektar Wohnbaugebiete ein - Platz 2. Floridsdorf hat so viel Gewässer wie Mariahilf groß ist. Rund 150 Hektar Gewässer reichen für Rang drei in dieser "Disziplin" und nehmen fast 3,5 Prozent des Bezirks ein. Der Bezirk bietet zahlreiche Erholungsgebiete wie Donauinsel oder Bisamberg zum Radfahren, Wandern oder Laufen. Zusätzlich lädt die Wasserqualität der Alten und Neuen Donau zum Schwimmen und Baden ein - für eine Großstadt nicht selbstverständlich. Es gibt 24 Großsportanlagen, jede davon ist größer als 1.000 Quadratmeter. Nur ein Bezirk ist "sportlicher", auch das bedeutet Rang zwei im Bezirksvergleich. Zudem sind von den insgesamt 67 Spielplätzen 25 Ballspielplätze, nur Favoriten hat mehr "Käfige".

Von den 1.819,8 Hektar Grünfläche werden 63 Prozent landwirtschaftlich genutzt. Mit Stammersdorf und Strebersdorf ist Floridsdorf gleich hinter Döbling das wichtigste Weinanbaugebiet Wiens. 39,4 Prozent der Wiener Rebflächen liegen in diesem Bezirk. Insgesamt gibt es sechs städtische Friedhofsanlagen, wobei der Friedhof Stammersdorf-Zentral der fünftgrößte Wiens ist.

Zwölf Naturdenkmäler gibt es in Floridsdorf. Dazu zählen etwa vier der Schanzen in Stammersdorf. Diese sind ehemalige Verteidigungsanlagen, die während des Preußisch-Österreichischen Krieges 1866 zur Sicherung Wiens errichtet wurden. Im Ersten Weltkrieg wurden die Schanzen reaktiviert. Heute sind sie Vegetationsinseln mit einer großen Anzahl seltener geschützter Pflanzen. Ein weiteres Naturdenkmal steht am Pius-Parsch-Platz: Der Trauerschnurbaum wurde wegen seiner unregelmäßig geformten Krone und seiner Seltenheit unter Schutz gestellt.

Die FlorisdorferInnen...

Im zweitgrößten Bezirk wohnen die drittmeisten Menschen mit den zweitmeisten Hunden in den drittmeisten Wohnungen. In Zahlen: Es gibt 148.947 FloridsdorferInnen, die im Schnitt 40,7 Jahre alt sind und über acht Prozent der Wiener Bevölkerung verkörpern. In den 18.983 Gebäuden, von denen 80 Prozent nach 1945 erbaut wurden, gibt es 71.106 Wohnungen, die von 7.743 Hunden beansprucht werden. 41,7 Prozent dieser Wohnungen, welche im Mittel 74 Quadratmeter groß sind, werden von einer Person bewohnt. In 30,7 Prozent der Wohnungen leben zwei Personen - die dritthöchste Pärchenanzahl Wiens. Der AusländerInnenanteil liegt bei vergleichsweise niedrigen 17,2 Prozent, der Wiener Schnitt ist 24,2 Prozent.

Floridsdorf wächst durch Zuwanderung aus Bezirken

Der Bezirk verzeichnete in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stetig Einwohnerzuwächse, allein zwischen 1951 und 2001 um rund 47 Prozent auf über 128.000 Personen. Der Bevölkerungszuwachs war auch in den letzten Jahren markant. In den nächsten zwei Jahrzehnten ist mit einer Fortsetzung der positiven Bevölkerungsentwicklung zu rechnen. Bis 2034 könnte die Einwohnerzahl um weitere 16 Prozent auf knapp 173.000 Personen zugenommen haben.

In Floridsdorf unterscheiden sich die demographischen Prozesse deutlich von den im Westen gelegenen Bezirken. In den kommenden Jahren sind Geburtenüberschüsse auf niedrigem Niveau zu erwarten. Die Migration dürfte in der ersten Hälfte des Prognosezeitraums mit fallender Tendenz positiv ausfallen und anschließend leicht negativ bilanzieren. Das Bevölkerungswachstum wird vor allem durch Zuwanderung aus den anderen Gemeindebezirken getragen, die sich durch intensive Neubautätigkeiten in Floridsdorf erklären lässt.

Die Zahl der unter 45-Jährigen könnte aufgrund des Zuzugs vieler Familien in die neu entstehenden Wohnungen zunehmen. Der Jugendquotient bleibt über die Jahre hinweg konstant. Der Altenquotient zeigt hingegen in der zweiten Prognosehälfte einen deutlichen Anstieg. Bis 2034 kann mit einer stärkeren demographischen Alterung gerechnet werden.

Quelle: MA 23 - Wirtschaft, Arbeit und Statistik / Statistik Austria / Wikipedia.org

Statistisches Jahrbuch 2014

Das Statistische Jahrbuch 2014 der Stadt Wien sowie die Studie "Wien wächst..." unter Federführung der MA 23 stehen als kostenloser Download zur Verfügung auf www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch.html. www.wien.gv.at/statistik/pdf/wien-waechst.pdf

Als Publikation (32,70 Euro, ISSN 0259-6083) erhältlich ist das Statistische Jahrbuch bei der Magistratsabteilung 23: 2., Meiereistraße 7, Sektor B; Montag bis Freitag jeweils 8.00 bis 14.30 Uhr; Telefon 01/4000-83059, Bestellung per E-Mail an post@ma23.wien.gv.at.

Alle Artikel der Serie "Das kleine 1x23 der Wiener Bezirke" sind unter http://inwien.at/das-kleine-1x23-der-wiener-bezirke.html zu finden.

(Schluss) tai

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