WKÖ-Gleitsmann zu Krankenkassen: Konsolidierung ist das Gebot der Stunde

Negative Gebarungsvorschau für 2015 – Anreize und Kostendämpfungsmaßnahmen setzen

Wien (OTS) - Die schlechte gesamtwirtschaftliche Lage schlägt sich auch in den heute veröffentlichten Zahlen der Krankenkassen nieder:
Für 2015 wird nun ein Verlust von 129 Mio. Euro erwartet - bei einem Gesamtbudget von knapp 17 Mrd. Euro.

Nachdem laut vorläufigem Ergebnis 2014 noch ein Überschuss von 83 Mio. Euro erzielt wurde, sieht die Lage heuer wesentlich schlechter aus. Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), sieht keinen Grund zur Panik, mahnt aber zur Fortsetzung des Konsolidierungskurses:
"Nach der erfolgreichen Entschuldung der Kassen in den vergangenen Jahren gilt es, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzuverfolgen."

Insbesondere dem "Ausgabendämpfungspfad" wird bei der Fortsetzung des Konsolidierungskurses eine entscheidende Rolle zukommen. Bis Ende 2016 ist dieser Pfad mit den Kassen vereinbart. Die Verhandlungen über neue Ziele sollen ab der zweiten Jahreshälfte 2015 geführt werden.

Unterstützend dabei wären Kostendämpfungsmaßnahmen und die Fortsetzung eines Systems mit finanziellen Anreizen, wie es der Kassenstrukturfonds geboten hat. Darüber hinaus sieht Gleitsmann Synergie- und Einsparungspotenziale in der Krankenversicherungsverwaltung, etwa im Back-Office-Bereich.

Gesundheitsreform und ELGA zügig umsetzen

"Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die zügige Umsetzung der Gesundheitsreform", betont der WKÖ-Experte. Primärversorgungszentren sollen die Qualität der medizinischen Versorgung heben und gleichzeitig die teuren Spitalsambulanzen entlasten. Ein telefon- und webbasiertes Erstberatungsservice müsse Patientinnen und Patienten den Weg durch das Gesundheitssystem weisen - rund um die Uhr und unter einer österreichweit einheitlichen Telefonnummer. Und ELGA -die elektronische Gesundheitsakte - könne einen Qualitätsschub bringen und müsse wie geplant ohne weitere Verzögerungen umgesetzt werden. (PM)

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