Textilarbeiter bei Abfertigung geprellt: AK erreichte 20.000 Euro Nachzahlung

Linz (OTS) - Mehr als 20.000 Euro Nachzahlung bekam ein Arbeiter, der nach der Kündigung seine Endabrechnung bei der Arbeiterkammer überprüfen hatte lassen. Die AK-Experten waren auf eine ganze Reihe von Fehlern gestoßen: Die Abrechnung der letzten Monate, Beendigungsansprüche und Entgelt für offene Urlaubstage waren falsch berechnet worden, 20 Überstunden "spurlos verschwunden". "Der Fall zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, seine Ansprüche überprüfen zu lassen, wenn es auch nur den leisesten Zweifel gibt", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

24 Jahre lange hatte der Mann in einem Mühlviertler Textilbetrieb gearbeitet, dann wurde er gekündigt. Weil ihm die Endabrechnung nicht ganz geheuer war, wandte er sich an die Arbeiterkammer. Die Überprüfung bestätigte seinen Verdacht: Der Arbeiter hatte regelmäßig Nachtarbeit geleistet, in den letzten zwei Monaten seiner Tätigkeit war der 75-prozentige Zuschlag dafür aber nicht bezahlt worden. Der Arbeitgeber hatte die Abfertigung aber vom letzten Monatsentgelt berechnet - was naturgemäß eine viel zu geringe Summe ergab. Zudem waren 20 geleistete Überstunden in der Endabrechnung nicht berücksichtigt worden. Und auch bei den offenen Urlaubstagen war die regelmäßig geleistete Nachtarbeit nicht mit eingerechnet worden.

Die Arbeiterkammer klagte die Abfertigung im Ausmaß von neun Monatsentgelten unter Berücksichtigung der regelmäßig erbrachten Nachtarbeitszuschläge ein. Es kam zu einem Vergleich, der Arbeitnehmer bekam fast 20.500 Euro Nachzahlung und ein ordnungsgemäßes Dienstzeugnis.

Die Expertinnen und Experten der AK raten, gerade bei Abfertigungen nach dem alten Recht ("Abfertigung alt") genau hinzuschauen. Anders als bei der "Abfertigung neu" werden hier die Ansprüche auf Basis des letzten Lohns oder Gehalts (unter Einbeziehung regelmäßig gewährter Entgeltbestandteile und Sonderzahlungen) berechnet. Bei der "Abfertigung neu", die für alle ab 2003 abgeschlossenen Arbeitsverträge gilt, muss die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber monatlich 1,53 Prozent des Bruttoentgelts an die Mitarbeitervorsorgekasse zahlen. Hier rät die AK, die jährliche Kontoinformation genau zu überprüfen.

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