Glawischnig: ÖSV intervenierte offenbar "Töchter" aus Bundeshymne raus

Offener Brief an Präsident Schröcksnadel

Wien (OTS) - Sehr geehrter Herr Präsident Schröcksnadel!

Ich möchte Ihnen auf diesem Weg zunächst herzlich zum überragenden Auftreten des österreichischen Skiteams bei der Ski-WM im Vail / Beaver Creek gratulieren.

Anna Fenninger wurde mit zwei Goldmedaillen und einer Silbermedaille bislang zum Superstar der WM. Gerade bei ihren Siegerehrungen und jener des Teambewerbs wurde sichtbar, welch große Töchter Österreich auch im Sport hat. Die Text-Bild-Schere durch das Singen der alten Bundeshymne - also ohne die Töchter - konnte bislang als Panne des amerikanischen Organisationskomitees aufgefasst werden.

Jetzt stellt sich aber heraus, dass es sich dabei offenbar nicht um eine Panne der Veranstalter gehandelt hat, sondern dass es sich um einen klassischen Einfädler des Österreichischen Skiverbands handeln könnte.

Das Organisationskomitee teilte auf Anfrage eines aufmerksamen, nachfragenden Bürgers nämlich Folgendes mit: "We are aware of this change, but our official Austrian Ski Federation representative has given us an official word to not use the new version. Please direct feedback to the Austrian Ski Federation." Zum leichteren Verständnis: Den Veranstaltern war bewusst, dass es eine neue Hymne gibt, sie wurden aber vom offiziellen Vertreter des Österreichischen Skiverbands angewiesen, nicht die neue - im Nationalrat per Bundesgesetz beschlossene - Version zu verwenden. Und man möge sich doch bitte an den ÖSV wenden. Was ich mit diesem Offenen Brief hiermit tue.

Sehr geehrter Herr Präsident, muss der Österreichische Skiverband, 115 Jahre nachdem Frauen erstmals bei Olympischen Spielen teilnehmen durften, wirklich noch beim amerikanischen Organisationskomitee der Ski-WM intervenieren, damit eine töchterlose Hymne gesungen wird? Haben Sie denn keine anderen Probleme?

Ich wünsche den österreichischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für noch ausständigen Bewerben weiterhin viel Erfolg, Ihnen und den Funktionären des Skiverbands baldige Besserung.

Mit sportlichen Grüßen
Eva Glawischnig

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