Plass/Grüne Wirtschaft: Wirtschaftskammer muss endlich die Unternehmen entlasten!

Streichung der "Kammerumlage 2" und Deckelung der Grundumlage für EPU bei 100 Euro!

Wien (OTS) - "Die Wirtschaftskammer ist immer eine der ersten, die Entlastungen für Betriebe fordern und vor neuen Substanzsteuern warnen. Die Wirtschaftskammer-Beiträge sind aber selbst ein Paradebeispiel für gewinnunabhängige Substanzsteuern, und die Unternehmen werden von der Kammer in einem unerträglich hohen Ausmaß abkassiert. Eine Beitragssenkung muss ein Teil der kommenden Steuer-und Abgabenreform sein", fordert Volker Plass, Bundessprecher der Grünen Wirtschaft.

Laut den offiziellen Rechnungsabschlüssen hat die Wirtschaftskammer im Jahr 2013 Kammerumlagen in der Gesamthöhe von 675,6 Millionen Euro eingenommen. In diesen Beiträgen nicht enthalten sind die hohen Provisionen, die das Finanzministerium für das Kassieren der Kammerumlagen einbehält. Allein 308,1 Millionen Euro entfielen auf die "Kammerumlage 2", die in Abhängigkeit von der Lohnsumme berechnet wird und damit genau jene "Lohnnebenkosten" erhöht, gegen die die Kammer immer wettert.

"Höchst ärgerlich sind auch die unterschiedlichen KU2-Hebesätze der einzelnen Landeskammern. Würde zum Beispiel die Landeskammer Wien nur so viel verlangen wie die Landeskammer OÖ, ergäbe das eine Ersparnis von rund 8 Millionen Euro pro Jahr für Wiens Unternehmen", erläutert Plass, der die gänzliche Abschaffung der Kammerumlage 2 fordert:
"Eine Wirtschaftskammer, die auf ihre vollkommen unnötigen Zehnfachstrukturen verzichtet, kann auch problemlos mit wesentlich weniger Geld auskommen. Die Kammerumlage 2 ist die reinste Jobbremse und wurde in den 70er Jahren ohnehin nur als vorübergehendes Provisorium eingeführt. Dass diese Abgabe heute die Haupteinnahmequelle der WKO ist, ist ein unerträglicher Zustand!"

Ebenfalls äußerst reformbedürftig sind die teils sehr hohen Grundumlagen in den Fachorganisationen, erläutert Plass: "Wir fordern eine Deckelung mit 100 Euro pro Kopf und Jahr! Es ist nicht einzusehen, dass Ein-Personen-Unternehmen manchmal bis zu 1.000 Euro und mehr an Grundumlagen abliefern müssen. Diese Kostenbelastung ist oft richtig existenzgefährdend! Speziell die Mitglieder der kleinen Landeskammern sehen nicht ein, dass sie wesentlich mehr zahlen müssen als ihre Kollegen in Wien oder Oberösterreich, nur um parallel zu den Bundesfachverbänden noch neun vollkommen sinnlose Landesfachgruppen am Leben zu erhalten!"

Die Grundumlagen sind an all jene Landes-Fachorganisationen zu entrichten, in denen Mitgliedsbetriebe der Wirtschaftskammer Gewerbescheine besitzen. "Wenn man das Pech hat, mit seinem Geschäftsmodell nicht in die mittelalterlich-zünftlerische Struktur der Wirtschaftskammer zu passen oder wenn man gar in mehr als einem Bundesland geschäftlich tätig sein will, wird man gleich mehrfach abkassiert", erläutert Plass. "Dieser Zustand ist raschest zu ändern, denn die Wirtschaftskammer muss sich selbst mit jenem Maßstab messen, den sie sonst gern an andere anlegt!"

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