Neues Volksblatt: "Sterben in Würde" von Verena SCHÖBERL

Ausgabe vom 13. Februar 2015

Linz (OTS) - Eigentlich sollte eine Ehtikkommission helfen, schwierige Themen zu analysieren und dann Handlungsempfehlungen abgeben. Bei der Sterbehilfe hat sie eher eine bereits abgeflaute Diskussion neu angeheizt. Der Vorschlag, Beihilfe zum Selbstmord nicht zu bestrafen, hat nämlich eine ganze Lawine an Kritik hervorgerufen. "Gerade Österreich mit seiner Euthanasie-Vergangenheit sollte da doppelt vorsichtig sein", sagte ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger. "Wir sollen die Empfehlungen der Bioethikkommission ernsthaft diskutieren", forderte hingegen SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim.
Viel wichtiger wäre es jedoch, das Thema der Palliativ- und Hospizversorgung ernsthaft zu diskutieren, denn niemand sollte sich anmaßen, über das Leben anderer zu entscheiden - auch wenn dies "nur" im Sinne von Beihilfe zum Selbstmord ist. Wirkliche Hilfe für schwerkranke Menschen wäre es, ihre Schmerzen zu lindern und ihnen ein Gefühl des Angenommenseins und der Geborgenheit zu geben. In 291 Hospiz- und Palliativeinrichtungen und von über 3200 ehrenamtlichen Mitarbeitern, die in allen neun Bundesländern im Einsatz sind, bekommen Schwerkranke genau dieses Gefühl der Geborgenheit. Für bestmögliche Rahmenbedingungen für ein Sterben in Würde zu sorgen und die Hospiz- und Palliativeinrichtungen auszubauen wäre der bessere Weg, als Hilfe zum Selbstmord nicht zu bestrafen.

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