Bayr: Kritik an Aufklärungs-Broschüre über Gewalt an Frauen absolut unverständlich

"Geschlechterspezifische Gewalt ist eine Tatsache" - "Kickls Empörung ist fehl am Platz"

Wien (OTS/SK) - Für Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, ist die von der FPÖ losgetretene Debatte und die Kritik an der Broschüre des Frauenministeriums mit dem Titel "Tradition und Gewalt an Frauen" absolut ungerechtfertigt und unverständlich. "Geschlechterspezifische Gewalt ist eine Tatsache. Die Broschüre hat das Ziel, das Thema zu enttabuisieren und über die oft kulturell begründeten Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen weltweit aufzuklären. Und dazu gehört neben Zwangsheirat, Genitalverstümmelung und Ehrenmord leider auch die Steinigung", stellt Bayr klar. ****

"Dass es nicht darum geht, diese grausame Art der Todesstrafe in irgendeiner Weise zu legitimieren, steht wohl außer Zweifel und es ist selbst eines FPÖ-Generalsekretärs unwürdig, Gegenteiliges auch nur anzudeuten. Ansonsten sollte sich Herr Kickl die Mühe machen, das Vorwort der Ministerin zu lesen, in dem ganz unmissverständlich das Anliegen der Broschüre dargelegt wird, nämlich Aufklärung, Enttabuisierung und Bewusstseinsbildung zu einem brisanten Thema. Explizit heißt es dort, dass es für keine Art der Gewalt eine Rechtfertigung geben darf", erläutert Bayr. Sehr wohl bestehe aber Bedarf, über dieses wichtige Thema zu sprechen und aufzuklären.

Die Broschüre geht auf geschlechterspezifische Unterschiede in der grausamen Praxis der Steinigung ein und stellt fest, dass Frauen selbst hier aufgrund ihres Geschlechts strenger bestraft werden, da sie eine viel geringere Chance auf Begnadigung haben, da sie sich kaum selbst befreien können. "Das ist eine schockierende Tatsache, die man thematisieren muss. Der FPÖ-Generalsekretär sollte sich viel mehr über diesen Umstand empören als darüber, dass die Frauenministerin in einer Broschüre darüber informiert. Kickls Empörung ist fehl am Platz", betont die SPÖ-Abgeordnete. (Schluss) sc/ve

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