Asyl: Kein Flüchtlingsaufnahmezentrum in Tarvis

LH Kaiser: Italien errichtet kein Aufnahmezentrum in Tarvis - Appell an Staats- und EU-Spitzen Bundesländer und Regionen in Flüchtlingsfragen nicht länger allein lassen

Klagenfurt (OTS/LPD) - In Tarvis wird kein Flüchtlings-Erstaufnahmezentrum errichtet. Wie Landeshauptmann Peter Kaiser heute, Donnerstag, bekannt gab, wird das zuletzt in einer Kaserne in Tarvis, in unmittelbarer Grenznähe zu Kärnten geplante Erstaufnahme-Zentrum nicht realisiert. Renato Carlantoni, Bürgermeister von Tarvis, habe ihn darüber informiert, dass das italienische Innenministerium auf ein Flüchtlingszentrum in Tarvis verzichtet. Stattdessen orientiere sich Italien hin zur sogenannten 'verstreuten Aufnahme'. Das bedeute, dass mehr italienische Gemeinden kleine Flüchtlingsgruppen aufnehmen sollen, um so insgesamt die Aufnahme verträglicher zu gestalten.

"Damit sollte die vor allem durch politische Vorurteile geschürte Verunsicherung und die Diskussion um eine möglicherweise ansteigende Zahl illegaler Grenzübertritte ein Ende haben", so Kaiser. Der Landeshauptmann bedankt sich bei Regionspräsidentin Deborah Serracchiani und bei Carlantoni, für die enge Zusammenarbeit und die vorbildliche Informationspolitik: "Wir sind mittlerweile mehr als gute Nachbarn. Wir unterstützen und helfen uns gegenseitig. Wir können uns aufeinander verlassen", so Kaiser, der auch an die Zusammenarbeit in der Euregio oder die schon selbstverständliche Nachbarschaftshilfe bei Naturereignissen, wie zuletzt den Waldbränden, erinnerte.

Dennoch seien die immer weiter zunehmende Zahl von Flüchtlingen und die Notwendigkeit immer mehr Quartiere zur Verfügung stellen zu müssen besorgniserregend. "Die Lösung wird zu einer Nagelprobe für die Solidarität der EU. Die Spitzen der Nationalstaaten und die EU-Führungsebene müssen sich endlich zu einer fairen Verteilung und gleichzeitig für schnellere Verfahren von Asyl-Antragstellern aus sichern Herkunftsländern wie den Balkan-Staaten durchringen. Der Worte sind genug gewechselt, Regionen und Bundesländer wie Kärnten möchten endlich Taten sehen", so Kaiser.
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