Windbüchler für Aktionsplan, um österreichische Kindersoldaten zu verhindern

Grüne zu Red Hand Day: Regierung muss Kinder und Jugendliche vor Zwangsrekrutierung schützen

Wien (OTS) - Am 12. Februar jährt sich der internationale Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten, der Red Hand Day. Es ist ein Gedenktag, mit dem an das Schicksal von Kindern erinnert werden soll, die zum Kampfeinsatz in Kriegen und bewaffneten Konflikten gezwungen werden. "Die Zwangsrekrutierung von Kindern und Jugendlichen ist eine besonders schwerwiegende Form des Missbrauchs. In den Krisengebieten im Kongo oder auch Ruandas leben traumatisierte junge Erwachsene mit unbeschreiblichen Kampf- und Tötungserfahrungen. Es ist schier unglaublich, was Milizen und Rebellengruppen mit Kindern und Jugendlichen getan haben", sagt die außenpolitische Sprecherin der Grünen, Tanja Windbüchler.

"Es ist für Kampfeinheiten in Kriegsgebieten einfach, Kinder und Jugendliche zu militarisieren. Kinder erkennen kaum Risiken und Gefahren und unterscheiden nicht zwischen moralisch richtig und falsch. Der Tod ist für Kinder und Jugendliche nicht endgültig, das Trauma der Tötungserfahrungen manifestiert sich erst später. Kinder und Jugendliche sind oft leicht beeinfluss- und begeisterbar. Das sieht man auch bei den besorgniserregenden Rekrutierungen der Terrormiliz IS, mit denen sich Österreich beschäftigen muss", fordert Windbüchler und erinnert daran, dass es auch in Österreich Kindersoldaten gibt, die in den Jihad ziehen.

Österreich unterzeichnete die Kinderrechtekonvention und das Fakultativprotokoll dazu über die Verhinderung der Beteiligung von Kindern an bewaffneten Konflikten. Die Unterzeichnerstaaten, so auch Österreich, haben ihren Beitrag zu leisten, dass Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nicht direkt an Kampfhandlungen beteiligt werden und schon gar nicht gegen ihren Willen zu einem Dienst mit der Waffe rekrutiert werden. "Die UN-Kinderrechtekonvention sieht weltweit den Schutz von Minderjährigen vor. Einerseits geht es um den Schutz vor Staatsgewalt und der Einberufung zum Militärdienst, aber auch um den Schutz Jugendlicher vor Kampfhandlungen. Die internationale Verpflichtung sieht vor, dass auch Österreich alles tun muss, damit österreichische Jugendliche nicht in die Versuchung kommen, tatsächlich Teil des Krieges, Teil des Jihads, zu werden", meint Tanja Windbüchler.

"Es braucht rasch einen Aktionsplan zum Schutz aller Kinder und Jugendlichen. Dabei geht es nicht um Strafen oder einer Aberkennung von Staatsbürgerschaften, es geht um tatsächliche Hilfe: Begleitung durch geschulte Personen, die Thematisierung in allen Schulen, inklusive der Berufsschulen und eine breit angelegte Kampagne gegen den Einsatz von Kindersoldaten durch die IS Terrormiliz." Weiters braucht es die breit gestreute Bewusstseinsbildung, dass Tötungen und Krieg nichts mit romantischen Gefühlen und Abenteuerspiel zu tun haben.

"Diese Maßnahmen brauchen den Schulterschluss innerhalb der Regierung, ein Budget und die Beiziehung von Expertinnen und Experten, Vereinen und Menschen mit Erfahrungen in diesem Bereich. Zwar wurden in den letzten Wochen ein paar Schritte gesetzt, dies aber vereinzelt von den Ministerien. Es braucht große Kraftanstrengung und den politischen Willen, tatsächlich alle Kinder und Jugendlichen vor dem Kindersoldatendasein zu schützen", ist sich Tanja Windbüchler bewusst über diese schwierige Aufgabe, "aber umso notwendiger ist es, hier nachhaltig gegen diesen Kindesmissbrauch zu steuern."

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