Filmfonds Wien resümiert zum Förderjahr 2014

Junge Talente, aufstrebende Frauen und Schicksalsschläge

Wien (OTS) - Der konstant hohe Förderetat des Filmfonds Wien sorgte auch im Jahr 2014 für die finanzielle Voraussetzung für hochwertige Kino- und TV-Produktionen am Medienstandort Wien: Mit über 11,4 Millionen Euro konnten im vergangenen Jahr 174 Förderprojekte unterstützt werden. 8,5 Millionen Euro flossen in die Projektentwicklung, Herstellung und Verwertung österreichischer Kinofilme, über zwei Millionen in den TV-Bereich, weitere Mittel wurden für Strukturmaßnahmen und die Kinoförderung aufgewendet. Insgesamt 30 neue Kino- und 28 TV-Produktionen erhielten Finanzierungszusagen. Die dabei erzielten Regionaleffekte sind weiterhin hoch: Jeder Förder-Euro bringt der Wiener Filmwirtschaft Investitionen in knapp vierfacher Höhe.

"Ich freue mich vor allem über die aktuellen Erfolge des Filmnachwuchses, insbesondere der weiblichen Filmschaffenden. Möglich macht dies eine zeitgemäße Förderpraxis, die auch die soziale Zusammensetzung des Berufsfeldes nicht aus den Augen verliert und die der Filmfonds Wien seit Jahren erfolgreich betreibt", so Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny.

"Die persönlichen Verluste, die die Filmbranche mit den Todesfällen der Regisseure Michael Glawogger und Florian Flicker erfahren musste, wiegen schwer. Mit neuen Stimmen im Regiefach und anhaltendem internationalen Interesse an österreichischen Filmen sowie guten Ergebnissen in der Kino- und TV-Verwertung werten wir 2014 als ein bewegtes Jahr für die Wiener Filmbranche", bilanziert Gerlinde Seitner, Geschäftsführerin des Filmfonds Wien.

Gewohnt breit war die Präsenz österreichischer Filme auf internationalen Festivals. Besonders bemerkenswert in diesem Jahr ist das Echo auf Arbeiten junger Filmschaffender: Mit ihrem Spielfilm MACONDO debütierte die Wiener Filmemacherin Sudabeh Mortezai im Wettbewerb der Berlinale. Über 40 internationale Festivaleinsätze, Auszeichnungen im In- und Ausland und der Wiener Filmpreis folgten. Regisseurin Johanna Moder wurde für HIGH PERFORMANCE in Saarbrücken ausgezeichnet, Veronika Franz und Severin Fiala präsentierten ihr Horror-Debüt ICH SEH ICH SEH in Venedig. Ein Aspekt ist für 2014 besonders auffällig: Die weiblichen Filmschaffenden dominieren die jährliche "Bestenliste".

Um das Bewusstsein für bestehende Ungleichheiten zu stärken und die eigene Einflussnahme auf die Anteile von Frauen in verantwortungsvollen künstlerischen Positionen zu überprüfen, analysierte der Filmfonds Wien die eigene Fördertätigkeit der letzten Jahre hinsichtlich Geschlechterdiversität. Im nun vorliegenden Jahresbericht kommuniziert die Wiener Förderstelle diesbezüglich erstmals Zahlen zum Stadium der Projekteinreichung, um nachvollziehbar zu machen, welche Ausprägungen die Anteile durch die Förderzusagen erfahren. Der Vergleich mit den zugesagten Projekten zeigt zumeist einen Anstieg der Frauenanteile, der relative Trend der vergangenen acht Jahre stieg auf derzeit 32,4 Prozent im Regie-Fach bei den Kinofilmherstellungen und 29 Prozent bei der Fernsehfilmförderung. Die aktuellen Erfolge von Regisseurinnen - auch im TV-Bereich - sind Teil dieser positiven Entwicklung und geben wichtige Impulse. Hingewiesen sei einmal mehr auf die paritätische Besetzung der Gremien des Filmfonds Wien: Haupt- und Ersatzjury sind zu gleichen Teilen mit Männern und Frauen besetzt, ebenso Kuratorium und Team.

Die Ergebnisse an den Kinokassen des vergangenen Jahres lieferten einige Höhepunkte: Großer Gewinner war die Romanverfilmung DAS FINSTERE TAL, inszeniert von Andreas Prochaska. Der Film lockte über 150.000 Menschen in die österreichischen Kinos - ebenso beachtlich die Ehrungen bei den österreichischen, deutschen, bayerischen und europäischen Filmpreisen. Im dokumentarischen Segment schnitten Ulrich Seidls IM KELLER und Johannes Holzhausens DAS GROSSE MUSEUM besonders gut ab.

Über den Filmfonds Wien

Der Filmfonds ist Nachfolge-Institution des 1976 gegründeten Wiener Filmförderungsfonds. Die Stadt Wien finanzierte den Filmfonds Wien im Jahr 2014 mit 11,8 Millionen Euro. Vorrangiger Zweck des Fonds ist die Stärkung und der Ausbau des Film- und Medienstandortes Wien und die damit verbundene Förderung von Kultur, Wirtschaft und Beschäftigung. Der Fonds unterstützt die verschiedenen Phasen der Produktion - wie Projektentwicklung, Herstellung, Verwertung und Wiener Institutionen.

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