Leitl zu Malus-Verfechtern: "Durch Strafen allein wird man Ziele nicht erreichen!"

WKÖ-Präsident erneuert seine Forderung nach Prämien und Beschäftigungsanreizen - Sozialministerium müsste selbst auch Maluszahlungen leisten

Wien (OTS/PWK091) - "Wenn man es einzig und allein auf eine Strafe anlegt, dann wird man das gewünschte Ziel nicht erreichen". So kommentierte Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl, heute, Montag, die wiederholten Forderungen nach Maluszahlungen für Betriebe im Zusammenhang mit der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer.

Das Ziel der Wirtschaft, aber auch der Politik müsse es gleichermaßen sein, Menschen länger gesund im Arbeitsprozess zu halten als dies jetzt der Fall ist, betonte Leitl mit Verweis auf das durchschnittliche Pensionsantrittsalter von rund 58 Jahren.

Dieses Ziel könne man nicht erreichen, indem man ein teures, bürokratisches und umständliches Modell implementiere, das Betriebe ungerechtfertigt bestrafe. Einzig sinnvoll wären Prämien und Anreize für die Unternehmen, betonte der WKÖ-Präsident und verweis auf das von ihm vorgeschlagene Modell "25-25-50", bei jemand, der einen theoretischen Pensionsanspruch habe, aber weiterarbeite 3000 Euro Prämie bekommen soll. 3000 sollte der Arbeitgeber erhalten und 6000 im Pensionssystem verbleiben.

Zudem könne man den Fokus einer nächsten Lohnnebenkostensenkung derart setzen, dass die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer damit begünstigt würde, so Leitl.

Dass der Sozialminister selbst einen Gesetzesvorschlag mit einem Malus-Modell bringen wolle, wie es dies kürzlich in den Medien sagte, sieht der Wirtschaftskammer-Präsident gelassen: "Sollte der Minister auf ein solches Modell bestehen und es umsetzen wollen, so wäre wohl auch sein Ministerium in der Ziehung und müsste zuallererst einen Malus zahlen. Denn im öffentlichen Dienst gingen laut Rechnungshof im Jahr 2011 lediglich 1 % der Frauen und 3 % der Männer in die Alterspension." Zum Vergleich: In der Privatwirtschaft waren das 42 % der Frauen und 16 % der Männer. (PM)

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