Bundeskanzler Faymann: Ich werde alles für eine gemeinsame Lösung unternehmen

Kanzler empfängt griechischen Premier Alexis Tsipras in Wien

Wien (OTS) - "Wenn wir die Europäische Union als Friedensprojekt ernst nehmen und sichern wollen, ist es unsere Pflicht, dass wir auch für eine starke Union mit allen Mitgliedern eintreten. Ebenso muss unser Ziel der Erhalt der gemeinsamen Währung und der Zusammenhalt aller Mitglieder in der Eurozone sein, wenn wir für eine wirtschaftliche und soziale Zusammenarbeit in Europa plädieren", sagte Bundeskanzler Werner Faymann heute, Montag, nach dem Arbeitsgespräch mit dem griechischen Premierminister Alexis Tsipras. "Wir werden daher alles unternehmen, damit die neue griechische Regierung auf Basis der Verpflichtungen und im Rahmen der Vereinbarungen einen neuen Weg aus den Programmen der Vergangenheit finden kann. Es ist eine Frage der Würde, den Willen der griechischen Bevölkerung zu respektieren."

Es sei nun die Aufgabe, diesen neuen Weg zu finden, der sich im Rahmen der Vereinbarungen halte und die Steuerzahler nicht zusätzlich belaste. Ein wichtiger Eckpfeiler dafür sei die europaweite Bekämpfung von Steuerbetrug und Steuervermeidung. "Bei der Rettung der Banken haben wir viel Anstrengung bewiesen, dasselbe Engagement sollten wir nun auch im Einsatz für mehr Rechtsstaatlichkeit und gegen Steuerbetrug, für Beschäftigung, gegen Jugendarbeitslosigkeit und Armut und insgesamt für die Menschen in Europa zeigen", so Faymann.

Es sei nun Aufgabe von Experten, Lösungen zu finden, die Griechenland die Chance gebe, seine Schulden bezahlen zu können. Hernach werde in der Eurogruppe, im Rahmen der EU-Staats- und Regierungschefs wie auch im Kreis der EU-Finanzminister eine Entscheidung zu treffen sein. "Das Credo muss lauten: Wir halten in der Eurozone auch in schweren Zeiten zusammen", so der Bundeskanzler.

Premier Tsipras betonte, dass die Krise nicht auf Griechenland beschränkt sei, die Krise sei eine europäische und sie dauere noch an. Daher sei auch eine gemeinsame Lösung zu suchen.

Bundeskanzler Faymann unterstrich abschließend: "Wir unterstützen alles, was eine Annäherung und ein gemeinsames Ergebnis bringen kann. Wir dürfen es nicht bei der Rettung der Finanzmärkte belassen und die Menschen mit Arbeitslosigkeit und Armut allein lassen. In der Krise entscheidet sich gerade bei der Sorge um die Menschen die Zukunft des europäischen Friedensprojektes."

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