Schatz zu Teilzeitkrankenstand: Initiative muss von ArbeitnehmerInnen ausgehen

Kaum Fortschritt bei Verhandlungen der Sozialpartner

Wien (OTS) - "Bei einigen Krebserkrankungen, bei Burn-out oder psychischen Erkrankungen kann stundenweise Erwerbstätigkeit den Genesungsprozess unterstützen. Derzeit fehlt ein gesetzlicher Rahmen, der das ermöglicht. Im Arbeitsrecht gibt es nur ,schwarz oder weiß', ,krank oder gesund'. Hier braucht es eine Weiterentwicklung, die seit Jahren versprochen wird. Allerdings scheinen die Sozialpartner nicht weiterzukommen. Das ist bedauerlich", kommentiert die Grüne ArbeitnehmerInnen-Sprecherin Birgit Schatz die am Wochenende verlautbarten Sozialpartner-Stellungnahmen zum Teilzeitkrankenstand.

Außer Frage gestellt werden muss für die Grünen, dass die Initiative von PatientInnen bzw. ArbeitnehmerInnen ausgeht. "Der oder díe Betroffene stellt einen Antrag, mit Arzt oder Ärztin wird dann das Stundenausmaß und die mögliche Tätigkeit beschrieben. In einem Clearinggespräch zwischen ArbeitnehmerIn, ArbeitgeberIn, MedizinerIn und Krankenkasse werden dann die Details vereinbart. Alles andere birgt die Gefahr, dass ArbeitgeberInnen Daumen mal Pi entscheiden, wer ihrer Meinung nach "arbeitsfähig" ist. Kranke werden so dem Druck ausgesetzt, aus Angst um den Arbeitsplatz trotz Krankheit zu arbeiten. Das ist nicht, was wir Grüne anstreben", unterstreicht Schatz.

"Fakt ist, dass immer mehr Menschen trotz Krankheit arbeiten gehen, weil sie durch einen Krankenstand negative Auswirkungen auf ihre Berufstätigkeit befürchten. Das ist eine bedenkliche Entwicklung, besonders aus gesundheitspolitischen Gründen. Der Teilzeitkrankenstand darf nicht das rechtliche Mäntelchen sein, um diese Entwicklung weiter zu verstärken. Er ist als Unterstützung für den Genesungsprozess zu konzipieren. Darauf werden wir im Zuge der weiteren politischen Debatte besonders achten," betont Schatz.

Rückfragen & Kontakt:

Grüner Klub im Parlament
Tel.: +43-1 40110-6697
presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0002