ÖH kritisiert Auslegung des Uni-Berichtes

Studienzahlen alles andere als "positive Entwicklung"

Wien (OTS) - Die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) äußert grobe Bedenken an der positiven Auslegung des "Universitätsberichtes 2014" seitens des Wissenschaftsministeriums. Gemessen an den Prüfungsaktivitäten verzeichneten Studienrichtungen mit Zugangsbeschränkungen in den letzten Jahren ein Plus von neun Prozent, wobei kritische Punkte nur wenig berücksichtigt werden. "Die Ergebnisse überraschen uns wenig. Studien, die seit Jahren bereits über gute Betreuungsverhältnisse verfügen, zeigen, wie erwartet, positive Entwicklungen. Dies ist aber nicht für alle Unis mit Zugangsbeschränkungen gleich. Die sinkenden und stagnierenden Werte von Studien mit Zugangsbeschränkungen bleiben vom Ministerium nahezu unerwähnt. Auch die sozialen Auswirkungen von Zugangsbeschränkungen werden außer Acht gelassen", sagt Florian Kraushofer vom Vorsitzteam der ÖH.

Dennoch werden bereits jetzt die Ergebnisse der Studie als Erfolgsstory gefeiert und von der ÖVP als fundiert abgesegnet. "Vieles an der Studie muss noch diskutiert werden. Warum gerade 16 ECTS als Indikator für die Prüfungsaktivität verwendet werden, ist für uns seit Jahren nicht nachvollziehbar. Zudem berücksichtigt die Studie nicht die sozialen Auswirkungen von Zugangsbeschränkungen auf Studierende. Um wirklich sachlich von einer "Steuerung der Studierendenströme" sprechen zu können, hätte der Bericht des Instituts für Höhere Studien abgewartet werden müssen", kritisiert Kraushofer.

Die ÖH sieht in der positiven Auslegung des Berichts einen weiteren Versuch Bildung nach betriebwirtschaftlichen Kriterien zu beurteilen und kritisiert dieses Vorgehen massiv. "Für uns kann es kein Ziel sein, die Hochschulen quantitativ nach ihrer Prüfungsaktivität zu beurteilen. Erst wenn qualitative Verbesserungen nachweisbar sind, kann von einer positiven Entwicklung gesprochen werden. Das heißt für uns vor allem die Rechte und die soziale Durchmischung von Studierenden zu stärken", sagt Kraushofer.

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