Gewerkschaft vida fordert Bonus-Malus-System für Beschäftigung älterer ArbeitnehmerInnen

vida-Hebenstreit: ÖBB sind hier Best Practice-Beispiel - Beschäftigung Älterer muss auch Qualitätskriterium bei öffentlichen Vergaben werden

Wien (OTS) - Der Vorschlag von Sozialminister Hundstorfer ein Bonus-Malus-System für Unternehmen einzuführen, damit diese ältere ArbeitnehmerInnen länger in Beschäftigung halten, wird von vida-Gewerkschafter Roman Hebenstreit unterstützt.++++

Der Vorsitzende des vida-Fachbereichs Eisenbahn und ÖBB-Konzernbetriebsratsvorsitzende weist darauf hin, dass das altersbedingte Pensionsantrittsalter bei den ÖBB in den letzten Jahren deutlich angestiegen sei. 2013 habe es bei durchschnittlich 59 Jahren gelegen. Bereits Mitte 2014 seien schon knapp 60 Jahre erreicht worden. "Bei anhaltendem Trend werden wir in den kommenden Jahren bei den ÖBB ein paar tausend im Schichtdienst Beschäftigte über 60-Jährige haben", sagt Hebenstreit.

Dabei sei zudem zu berücksichtigen, dass viele ASVG-Beschäftigte vor dem Übertritt in die Pension nicht mehr in Beschäftigung gewesen seien. Bei den EisenbahnerInnen sei genau das Gegenteil der Fall. ÖBB-Beschäftigte seien bis zum Pensionsantritt nämlich durchgehend beschäftigt, so Hebenstreit. "Das heißt, würde der Vorschlag des Sozialministers umgesetzt, dass Firmen, die ältere ArbeitnehmerInnen beschäftigen, einen Bonus bekommen sollen, müssten auch die ÖBB einen solchen erhalten. Denn die ÖBB sind mittlerweile zum Best Practice-Beispiel für die durchgehende Beschäftigung älterer ArbeitnehmerInnen bis zum Pensionsantritt geworden", hält Hebenstreit fest.

Hebenstreit verlangt auch, dass das von Hundstorfer vorgeschlagenen Modell zukünftig in die Vergabepraxis von Bund, Ländern und Kommunen einfließen müsse. Die Gewerkschaft vida fordert die Abkehr vom Billigstbieter hin zum Bestbieterprinzip, bei dem Qualitäts- und Sozialstandards für Beschäftigte eine wesentliche Rolle bei der Vergabe von Aufträgen auch im öffentlichen Verkehr spielen müssten.

"Österreich hat derzeit ein Problem am Arbeitsmarkt und dabei insbesondere bei der Beschäftigung von ArbeitnehrmerInnen über 50 Jahren. Es wäre ein Anfang, um dieses Problem besser in den Griff zu bekommen. Die öffentliche Hand müsste hier nur mit gutem Beispiel vorangehen und die Beschäftigung älterer ArbeitnehmerInnen zu einem verpflichtenden Kriterium für Unternehmen bei der Vergabe von Aufträgen machen", sagt Hebenstreit.

Es sei höchst an der Zeit, für ausgleichende Maßnahmen zu sorgen, so Hebenstreit. Sonst würden die Übertritte aus der Arbeitslosigkeit oder Notstandshilfe in die Pension im ASVG-Bereich weiter zunehmen. Diese Befürchtung werde durch die Statistik belegt: Von 293.178 heimischen Betrieben beschäftigen 199.340 keine ArbeitnehmerInnen über 55 Jahre (Quelle: "Am Arbeitsmarkt 55+", Synthesis-Studie, AMS).

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