Industrie klar gegen Bonus-Malus-Quotensystem für Betriebe

IV-Präsident Kapsch: Bestrafung der Unternehmen bringt keine neuen Arbeitsplätze - Stattdessen überfällige Strukturreformen im Pensionsbereich endlich umsetzen

Wien (OTS/PdI) - "Die Industrie spricht sich mit Nachdruck gegen ein Bonus-Malus-Quotensystem für Betriebe hinsichtlich der Beschäftigung Älterer aus. Denn ein System der Strafzahlungen zu schaffen, bringt keinen einzigen zusätzlichen Arbeitsplatz und wird die Probleme des Pensionssystems nicht lösen", so der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Georg Kapsch, heute, Freitag.

"Österreichs Unternehmen benachteiligen ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht, sondern zählen auf Know-How und Einsatz der älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", betonte Kapsch. Es gehe vielmehr darum, erneute politische Schritte zu vermeiden, die die Beschäftigung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer noch weiter verteuerten. Wenn das Sozialministerium die Wirtschaft bestrafen möchte, müsst es sich selber bestrafen, denn wie der aktuelle Rechnungsbericht (RH) zeige, gebe es bei der Beschäftigung Älterer im öffentlichen Dienst massiven Aufholbedarf. "Nur drei Prozent der Männer und ein Prozent der Frauen gehen mit dem Regelpensionsalter im öffentlichen Dienst in Pension. Unter diesem Gesichtspunkt ein Bonus-Malus-System von der Wirtschaft zu fordern, klingt wie eine Verhöhnung", so Kapsch.

Der Präsident appellierte stattdessen an die Politik, substanzielle Schritte zur Senkung der Lohnnebenkosten und überfällige Strukturreformen im Pensionszugang umzusetzen. Angesichts der demografischen Entwicklung sowie des zunehmenden Fachkräftemangels seien ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Arbeits- und Wirtschaftsstandort Österreich von besonderer Wichtigkeit - und ihre Rolle werde in Zukunft noch zunehmen. "Gerade die Unternehmerinnen und Unternehmer sind sich der Bedeutung älterer Arbeitskräfte sehr bewusst und tun viel, um diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglichst lange in den Betrieben zu halten", so der IV-Präsident.

Daher habe die Industrie Anliegen und Forderungen formuliert, die es zur Beschäftigungssicherung Älterer in Österreich brauche:
Lohnnebenkosten senken, Leistungsorientierung und Abbau des Senioritätsprinzips, Arbeitszeitregelungen modernisieren, Pensionssystem generationengerecht gestalten, Arbeitsmarktförderinstrumente effizienter und effektiver gestalten, Altersteilzeit optimieren, Jobchancen durch Erhöhung der Flexibilität verbessern, Lebenslanges Lernen fördern und Gesundheitsbewusstsein und -förderung ausbauen.

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