Mitterlehner: Neuer Universitätsbericht zeigt positive Entwicklungen und Handlungsfelder für die Zukunft

Tätigkeitsbericht ans Parlament übergeben - Anstieg bei Investitionen, Studierenden und Absolventen - Herausforderungen bei Betreuungsrelation und privater Finanzierung

Wien (OTS/BMWFW) - Mit dem "Universitätsbericht 2014" hat das Wissenschaftsministerium bereits zum vierten Mal einen umfassenden Überblick über die universitäre Landschaft in Österreich erstellt. Der Bericht, der gemäß Universitätsgesetz an das Parlament übermittelt wurde, bietet in elf Kapiteln eine Darstellung über die wichtigsten Entwicklungen im Zeitraum 2011 bis 2014. "Der Bericht zeigt die große Bandbreite der Universitäten als Ausbildungs-, Wissenschafts- und Forschungsinstitutionen. Sie stärken die Wissensgesellschaft und schaffen die Basis für eine erfolgreiche Zukunft Österreichs", sagt Wissenschafts- und Forschungsminister Reinhold Mitterlehner. "Neben erfreulichen Entwicklungen, wie etwa den zusätzlichen finanziellen Mitteln für die Jahre 2013 bis 2015, der Verbesserung der Erfolgsquote, der Steigerung der Absolventenzahlen oder der wachsenden Frauenpräsenz, gibt es auch Handlungsfelder für die Zukunft. So führt etwa der kontinuierliche Anstieg der Studierendenzahlen zu Herausforderungen bei der Betreuung sowie der Qualität der Lehre. Auch bei der privaten Finanzierung haben wir noch Nachholbedarf", so Mitterlehner.

Die jährlichen Investitionen des Bundes in den Hochschulbereich sind seit dem letzten Bericht 2010 um acht Prozent gestiegen, im Universitätsbereich um sieben Prozent. Für den laufenden dreijährigen Finanzierungszeitraum 2013-2015 steht den Universitäten ein Gesamtbetrag von rund neun Milliarden Euro zur Verfügung. "Zusätzlich zu diesen Budgetsteigerungen haben wir auch für die kommende Leistungsvereinbarungsperiode ab 2016 frische Mittel in Höhe von 615 Millionen Euro für die Universitäten verhandelt. Damit setzen wir trotz schwieriger Rahmenbedingungen auf die Stärkung der Wissensgesellschaft", sagt Mitterlehner. Bei den öffentlichen Ausgaben für den tertiären Bereich liegt Österreich mit einem BIP-Anteil von 1,4 Prozent über dem EU-Durchschnitt (1,2 %) und dem OECD-Durchschnitt (1,1 %). Bei den privaten Aufwendungen liegt Österreich mit 0,073 Prozent des BIP deutlich unter dem OECD-Schnitt (0,5 %).

Universitäre Infrastruktur wird weiter ausgebaut

Im Berichtszeitraum wurden Bauvorhaben der Universitäten mit einem Investitionsvolumen von über einer Milliarde Euro fertiggestellt, darunter der Neubau der Wirtschaftsuniversität Wien. 2014 hat Wissenschafts- und Wirtschaftsminister Mitterlehner zudem ein Sonderbauprogramm für Universitätsbauten über die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) in der Höhe von 200 Millionen Euro initiiert, das aktuell umgesetzt wird und die Infrastruktur weiter verbessert.

Studierendenzahl deutlich gestiegen

Im Zeitraum des Berichts hat sich die Gesamtstudierendenzahl um fünf Prozent auf 298.527 (WS 2013) erhöht. Mit dem aktuellen Wintersemester 2014/15, das im Bericht noch nicht berücksichtigt werden konnte, zeichnet sich laut vorläufigen Zahlen ein weiterer Anstieg um rund zwei Prozent ab. Die Zahl der Absolventinnen und Absolventen ist durchgehend gestiegen. Mit 37.312 Studienabschlüssen wurde im Studienjahr 2013 ein neuer Höchstwert erreicht (+34 % gegenüber 2009/10). Die steigenden Abschlusszahlen stehen in Zusammenhang mit der fortschreitenden Umsetzung der Bologna-Studienstruktur mit Bachelor- und Masterabschlüssen, aber ebenso mit der gestiegenen Erfolgsquote, die sich innerhalb des Berichtszeitraums von 77 auf 87 Prozent weiter erhöht hat.

Zugangsregeln ermöglichen bessere Steuerung und mehr Verbindlichkeit

Im Wintersemester 2013 kamen in den besonders stark nachgefragten Studienfeldern Architektur, Biologie, Informatik, Pharmazie und Wirtschaft erstmals Zugangsregelungen zum Einsatz. Zur Verbesserung der Studienbedingungen erhielten die Universitäten in den Leistungsvereinbarungen 2013-2015 zusätzliche finanzielle Unterstützung für 95 Professuren bzw. äquivalentes wissenschaftliches Personal "Mit den Zugangsregelungen haben wir ein Steuerungselement für die Studierendenströme und für die Entlastung der Massenfächer geschaffen, gleichzeitig stärken wir die Verbindlichkeit des Studiums. Nach Rückgängen der Anfängerzahlen im Wintersemester 2013, sehen wir aktuell wieder einen Zuwachs in diesen Fächern. Insgesamt haben sich die Studierenden besser auf alle Universitäten verteilt", so Mitterlehner. Weitere Zugangsregelungen bestehen aufgrund eines erforderlichen Nachweises der Eignung in Studien an Kunstuniversitäten und für das Studium Sportwissenschaften bzw. das Unterrichtsfach Bewegung und Sport. Seit dem Wintersemester 2014 ist für die Zulassung zu Lehramtsstudien die Eignung im Rahmen eines Aufnahme- bzw. Auswahlverfahrens nachzuweisen.

Die Zahl der "prüfungsaktiven" Studien ist in der Berichtsperiode jährlich zwischen zwei und vier Prozent angestiegen, insgesamt um neun Prozent. Der Anteil der "prüfungsaktiven" an allen ordentlichen Studien liegt im Berichtszeitraum im Schnitt bei 51 Prozent. Die Berechnungen zeigen, dass Studienfelder mit Studien, die Zugangsregelungen oder eine Eignungsfeststellung besitzen, deutlich höhere Anteile an prüfungsaktiven Studien aufweisen.

Verbesserungen bei der Studienbeihilfe

Das bedeutendste direkte Förderinstrument ist die Studienbeihilfe, die nach differenzierten sozialen Kriterien und bei Vorliegen eines günstigen Studienerfolgs vergeben wird. Im Berichtszeitraum 2011 bis 2014 ist die Zahl der Studierenden mit Studienbeihilfe gesunken; gestiegen sind die Bewilligungsquote und die durchschnittliche Beihilfenhöhe (Studienjahr 2013/14 4.700 Euro). Die Ausgaben für Studienförderung lagen zuletzt (2013) bei 187 Millionen Euro jährlich. Im Jahr 2014 wurden weitere Verbesserungen umgesetzt (z.B. Anhebung des Kinder-Erhöhungsbetrages, Anhebung der Zuverdienstgrenze, Verbesserungen für Auslandsstudierende).

Frauenanteil in Wissenschaft und Forschung gestiegen

Die Präsenz von Frauen in Wissenschaft und Forschung ist klar gestiegen. Beim Drittmittelpersonal und unter Assistentenstellen liegt der Frauenanteil bereits bei 44 bzw. 45 Prozent (Wintersemester 2013), auch bei Professuren ist der Anteil im Berichtszeitraum von 19,5 (2010) auf 22,1 Prozent (Wintersemester 2013) gestiegen Die Änderung des Universitätsgesetzes 2014 wird weitere Verbesserungen der rechtlichen Grundlagen zur Gleichstellung setzen: Künftig wird eine Frauenquote von 50 Prozent für universitäre Gremien verankert.

Der Universitätsbericht 2014 basiert zu einem wesentlichen Teil auf den Informationen aus den Berichten der einzelnen Universitäten (Rechnungsabschlüsse, Wissensbilanzen), die durch Daten und Informationen aus der Tätigkeit des Bundesministeriums und anderer Akteure und Stakeholder des Hochschulbereichs, durch Daten und Informationen aus einschlägigen Studien und aus Dokumenten und Publikationen der Europäischen Union und der OECD zu einem Gesamtbild ergänzt werden.

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