Leitl: Österreich muss Wachstumsvorsprung zurückgewinnen

Nur mehr 0,8 % Wachstum für Österreich laut aktueller EU-Wirtschaftsprognose

Wien (OTS/PWK085) - "Österreich hatte jahrelang einen Wachstumsvorsprung gegenüber der EU, dieser ist mittlerweile verloren - Österreich wächst langsamer als der EU-Durchschnitt und als Deutschland", so WKÖ-Präsident Christoph Leitl zur heute in Brüssel vorgelegten EU-Wirtschaftsprognose. Die EU-Kommission hat die Wachstumsaussichten für Österreich gegenüber Herbst deutlich heruntergeschraubt. So wird Österreich für das laufende Jahr 2015 nur mehr ein Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent prognostiziert, das entspricht innerhalb der EU nur Rang 25. Im November hatte sie noch 1,2 Prozent vorhergesagt. Für 2016 hält die Kommission an ihrer bisherigen Prognose fest: Im kommenden Jahr soll das Wachstum wieder auf 1,5 Prozent steigen.

Für EU und Eurozone sieht die Kommission für 2015 eine leichte Verbesserung. Insbesondere der niedrige Ölpreis und der schwache Euro geben wichtige Impulse für eine konjunkturelle Erholung. Für 2015 werden ein Plus von 1,7 Prozent für die EU und 1,3 Prozent für die Eurozone prophezeit. 2016 soll es mit 2,1 Prozent für die EU bzw. 1,9 Prozent für die Eurozone weiter aufwärts gehen. Um das Wachstum weiter zu stützen, muss auf europäischer Ebene die Vertiefung des Binnenmarktes weiter vorangetrieben werden, insbesondere in den Bereichen Energie, Transport und Digitale Wirtschaft. Hier liegen die größten Herausforderungen, aber auch die größten Wachstumspotentiale.

"Es ist bedenklich, dass die EU insgesamt beim Wachstum weiter zulegt, die Prognosen für Österreich aber nach unten revidiert wurden. Es braucht deshalb auch in Österreich dringend Reformen nach dem Motto "Entlasten, Vereinfachen, Ankurbeln" , um den Wachstumsvorsprung wieder zurückzugewinnen", fordert der WKÖ-Präsident. Für Wachstum braucht es Investitionen. Insbesondere diese entwickelten sich in Österreich in den letzten Jahren sehr verhalten: "Für Investitionen sind stabile, vorhersehbare Rahmenbedingungen Grundvoraussetzung - das muss bei der Gesetzgebung immer mitberücksichtigt werden. Unternehmen brauchen Planbarkeit, um zu investieren." Auf EU-Ebene ist eine rasche Umsetzung des Fonds für strategische Investitionen EFSI entscheidend: "Dies hätte insbesondere eine positive Signalwirkung auf Investoren und würde Vertrauen schaffen." Gegenüber 2014 werden die Investitionen in der EU um 3,0 Prozent und in der Eurozone um 2,0 Prozent zulegen. Die Investitionen in Österreich sollen nur um 1,0 Prozent wachsen. (FA)

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